25.9.24 Ziegel und Feldherren und Kunst

Urbino leuchtet ockerfarben in der Sonne.

In der Altstadt, deren Straßen und Gassen steil rauf und runter führen, bestehen Häuser und Straßenpflaster aus Ziegelsteinen.

Keine Bäume, nur ein paar Blumenkästen. Das fällt mir erst auf, als wir an einem Platz vorbeikommen, über dem eine Lärmwolke hängt. Die zwei großen Platanen sind anscheinend die einzigen Bäume in ganz Urbino und ein Aufenthaltsort zahlloser Vögel die alle durcheinander schnattern und zirpen.
Am zentralen Platz sitzt man im Café unter gewölbten Galeriehimmeln. Junges Publikum bevölkert die Tische.

Urbino hat eine Universität mit 20.000 Studierenden der Geisteswissenschaften.
Wir verlieren uns im Palazzo Ducale, ein Herrschaftspalast, beauftragt von einem Söldnerführer, der vom Papst zum Herzog ernannt wurde, und an den Hang gebaut vor 600 Jahren.

Zahllose Gänge und Räume, Stuckdecken, ein Säuleninnenhof, ein herrschaftliche Marmortreppe, die ich, ohne auf die Füße zu sehen, hinunterschreite wie eine Diva in einem Hollywood Film. Der Herzog wollte niemanden arbeiten sehen, und sorgte dafür dass Küche, Lager, Pferdeställe unter den herrschaftlichen Räumen waren. Mit Ziegeln ausgekleidete, meterhohe Gewölbegänge- und räume erstrecken sich labyrinthisch unter der Erde.
Ein Kleinod des Palazzo ist das Studiolo. Ein ganz kleiner Raum, dessen holzverkleidete Wände komplett aus feinsten Intarsien bestehen. Man meint vor Schrankwänden zu stehen, deren Türen offen stehen und den Blick auf den Inhalt freigeben. Bücher, Waffen, Musikinstrumente, Papageien im Käfig sind zu sehen und ein lebensechtes Eichhörnchen.

In luftiger Höhe sind in zwei Reihen übereinander Männerporträts aufgehängt. Geistige und weltliche Größen ihrer Zeit.
Die Kunstausstellung geben wir uns auch noch. Wir lernen den Maler Federico Barocci kennen, der in Urbino geboren und gestorben ist und dazwischen zu einem bedeutenden Maler wurde.

Dann haben wir uns einen Aperol verdient, der mit Chips und Tapas serviert wird.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Edehigh

    Schöne Hang-Architektur, wieder dolle Fotos, Kunscht satt ….. Und wieder: „da wäre ich jetzt auch gern!!!“ 😀

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