Ist ein Staat im Staat, im Hinterland von Rimini und die älteste Republik der Welt.
Der Legende nach floh im Jahre 300 Marinus, ein kroatischer Steinhauer mit Arbeit in Rimini vor der Christenverfolgung auf den Berg Titano und gründete zusammen mit anderen Geflüchteten eine christliche Gemeinschaft. Ein paar Jahre später hatte sich das Christentum durchgesetzt und der Steinhauer wurde zum Diakon ernannt und bekam den Berg geschenkt.
Den sieht man schon von weitem Punkt wie ein scharfer Eckzahn ragt er aus der hügeligen Landschaft heraus. Wir kurven viele Kehren entlang bis knapp unter die burgmauer, wo es erstaunlich viel Parkfläche gibt. San Marino gehört nicht zur EU, wie ist es da mit dem Roaming? Sicherheitshalber schalten wir die Handys in den Flugmodus. Nachdem wir einmal beim Durchqueren der Schweiz fröhlich googelten und später eine saftige Rechnung kassiert haben, sind wir vorsichtig geworden. Eine Kabinenbahn bringt uns rasch rauf in die mauerbewerte Altstadt, wo Verkaufsstand sich an Verkaufsstand reit. Hunderte von kleinen Läden bieten Lederwaren, Parfum, Schwerter, Postkarten feil. Diese bunten Angebote, gekoppelt mit dem Wissen, dass San Marino ein Einkaufsparadies ist, weil keine Mehrwertsteuer erhoben wird, binden die Aufmerksamkeit. Bewusst reißen wir uns los und wählen den äußeren Weg entlang der Mauer und der Wehrtürme. Hier gehen wir auf und ab über Baumwurzeln alter Pinien. Zwei Stunden schlendern wir dort oben herum und bewundern die grandiose Aussicht. Mit ihren vielen schnellen Hügeln sieht die Landschaft aus wie ein kabelliges Meer.
Unsere Nachbarin auf dem Stellplatz ist eine junge Norwegerin, blond, perfekt geflochtene Zöpfe und Norwegerpulli. Si wohnt in einem Hochdachkombi und brät sich Haferflocken Pfannkuchen. Bis Dezember will sie unterwegs sein und am Schluss deutsche Weihnachtmärkte besuchen. In Europa Reise sie am liebsten, „because the europeans are similar to us norwegians“.
Am nächsten Tag kaufe ich Lebensmittel ein. Der Laden ist in einem riesigen Kaufhauskomplex untergebracht, wo, bis auf den Supermarkt, alles leer steht.
Den 10 Cent billigeren Sprit nehmen wir mit bevor wir die Republik verlassen.





