Albi – Toulouse-Lautrec

Weiterfahrt auf zumeist mautfreier Autobahn, problemlos durch Toulouse, jetzt spontaner Zwischenstopp in Aldi, nein Albi.

Wir stehen auf einem kostenlosen sehr schönen Wohnmobilstellplatz in einer Schleife der Tarn.

Gleich schlendern wir in die Stadt mit UNESCO weltkulturerbe kirchenviertel samt dem Museum Toulouse-Lautrec.

Über eine alte Brücke, aktuell für Autos gesperrt, kommen wir direkt in die Altstadt. Zentral ist die große romanische Kirche, aus Ziegeln gebaut. Drin ein gotischer Chorklotz, wir ein Fremdkörper wirkend, nach außen geschlossen, und nur mit Eintritt zu begehen, was wir lassen. Die üblichen schrecklichen barocken Seitenaltäre, aber ungewöhnliche wohl wirklich alte bunte Wand – und Deckenbemalungen am Hauptaltar. Ein Ordner will mich vertreiben, als ich mittschiffs Platz nehme, er resigniert, als ich ihn partout nicht verstehen will und freundlich auf deutsch antworte.

Neben der Kirche der Bischofssitz.

Anscheinend hatte der Bischof was zu befürchten, so trutzig ist diese Burganlage, nicht so groß, aber hochgezogen, abweisend.

Darin inzwischen das Toulouse-Lautrec Museum.

Das Foyer noch modern, ein Museumsshop, in dem mir gleich klar gemacht wird, daß hier das Fotografieren verboten ist, dabei habe ich nur Google Übersetzer verwendet, für den vermarkteten Trinkerspruch von H.T.-L. :

„Ich würde Milch trinken, wenn die Kühe Weintrauben äßen.“ Naja.

Die Ausstellung selbst ist grauenhaft. Schöne Bilder, klar, aber derart lieblos gehängt, auf vergammelte Wände, abblätternde Farbe, da ist seit vielen Jahren nichts passiert in den Ausstellungsräumen, schlechtes Licht, schlechte Luft, ja es riecht nach Klo.

Uninspiriert und enttäuscht verlassen wir diesen Ort, wir haben genug gesehen, waren guten Willens.

Wir fahren weiter, bis zu einem Stellplatz in der Pampa, neben einer sehr großen, und fast unbespielten Bouleanlage, nur oberhalb kegeln ein paar Jungs.

Später werden wir auch noch zwei Partien Boule spielen, doch zunächst nimmt Daggi an einer freiberuflichen Videokonferenz teil, was erst technisch gar nicht und dann ganz gut funktioniert, als ich das Tablet (als Empfänger) aufs Autodach lege. Ich lese derweilen meinen Krimi aus, sehr gut das.

Colin Niel: Nur die Tiere

Wir bleiben hier zur Nacht.