
Es ist sieben Uhr, gerade eben hell. Die Luft ist angenehm kühl, trotzdem reichen eine dünne Hose und ein T-Shirt. Die Hähne geben ihr Morgenkonzert. Aus der Küche dringt Geschirrgeklapper herauf. Als Baseline liegt darunter das gleichmäßige lange Rollen der Wellen, wie ruhiges, tiefes Ein- und Ausatmen.
Ich sitze an einem leicht angewittertem Holztisch auf einer blaubezogenen Matratze, die auf einer breiten, gemauerten und mit glattem Estrich verputzten Steinbank liegt. Nach links schaue ich auf die dunkelgrünen, orientalisch geschwungenen Flügeltüren der beiden Schlafzimmer, die wir bewohnen. Sie sind im Erdgeschoss eines Wohnturmes, der an die Häuser der Mani erinnert. Offen verlegte Stromleitungen ziehen über den Türen dahin. Nach vorne schaue ich in ein Gebüsch, das täglich gewässert wird. Ein Maracuja Strauch rankt meinem Sitzplatz entgegen, zwei unreife Früchte hängen daran. Sansiverien wachsen frei und wild wie Stacheln aus der Erde. Hoch über der Terrasse wölben sich zart gefiederte Zweige von Akazienbäumen. Gerade hat eine wohlgenährte braune Hausdame die Heuschreckenkacke weggekehrt. Es gebe eine Heuschreckenplage, erzählte Susi, die Betreiberin dieser schönen Unterkunft, gestern. Die fressen alles kahl und kacken alles voll, aber es sei guter Dünger. Das Gute im Schlechten.
Allmählich erwachen die Bewohner der strohgedeckten Hobbithäuschen. Klospülungen rauschen, Nasen werden geputzt und Zähne geschrubbt.
Die Nacht in der ungewohnten Umgebung war unruhig. Eine Grille wohnte in der Mauer unseres Schlafzimmers, und sang laut als wir uns schlafen legen wollten. Lautes Klopfen mit einem Handtuch gegen die Mauer brachte sie kurz zum Verstummen. Nach mehreren erfolglosen Mauerstocheraktionen entdeckte ich sie, als sie unvorsichtig den Kopf herausstreckte. Ein Sprühstoss Sonnenöl ließ sie erschreckt herausspringen und ich konnte ihr eine Tasse überstülpen. Dann war Ruhe.