Der Oo See, das Arantal, das Tal der Kirchen und das Wetter

Im Bäderort Luchon duftet es nach Linden. Die stehen in voller Blüte und schützen uns mit ihrem dichten Blätterdach vorm Nieselregen beim kurzen Durchschlendern des Ortes. Oberhalb ist das Oo Tal, und noch weiter oben ist der Oo Stausee, den wir erwandern. Dort kocht uns ein trübsinniger junger Hüttenwirt einen Kaffee – zu viel Regen, zu wenig Gäste, zu schlechtes Netz, das noch bis Oktober, hoffentlich wird das Wetter noch besser..- von dem der Hausesel gern was ab hätte. Ein junges Paar hat die regnerische Nacht im Zelt verbracht – it was very heavy rain – verpackt sich komplett in Plastik, sicherheitshalber, denn schon wieder kriechen dunkle Wolken über den Bergrücken. Wir laufen deshalb zurück und besuchen nicht die Seen oberhalb. Lieber kaufen wir einem Fischer fangfrische Forellen ab. Eine kommt als Vorrat ins Eisfach, die andere färbt sich blau im Sud und mundet.

Im angeblich so schönen Val d’Aran laufen wir nicht den See mit dem Baum darin an, der uns von der Tochter anempfohlen worden war, schon wieder dräut es. Also durch den Tunnel auf die Südseite, vielleicht ist es da besser. Ist es nicht. Wir besichtigen uralte romanische Kirchen, aus den Schloten trutziger solider Steinhäuser dringt Holzfeuerduft, die Luft ist herbstlich kühl und feucht, alle Läden und Kneipen und Cafés sind geschlossen. Am Ende dieses Tages stehen wir am Fluss unterhalb von Benasque, den frühen Abend verbringen wir lesend, ein Cidre Huhn köchelt vor sich hin und verwandelt unser Womo in eine feuchtwarme Garküche. Abends im Dunkeln ein halbwegs trockener Spaziergang, begleitet von Kuhglocken und Nachtigallengesang. Zwei Wildschweine springen über den Weg, starren uns an. Offen bleibt, wer mehr erschrocken ist, die oder wir.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. marlenedieberghutze

    Esel 😍
    In Benasque habe ich Halbzeit gefeiert, damals.

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