führen das Hotel Mar Tranquillidade in Tarrafal auf San Antao. Der Ort ist windgeschützt, daher der Name. Die Brandung ist nicht so wild.
Frank und Susi sind seit über 20 Jahren hier, haben alles selbst erbaut mit heimischen Helfern und deutschen Zimmerleuten. Frank ist aus Deutschland, Niedersachsen und Anfang Mitte 70, Susi Ende 60, mit wohl amerikanischen Wurzeln. Sie sind schon lang zusammen, bei einer Weltumsegelung hier hängen geblieben. Susi ist freundlich, mädchenhaft ihr Charme, zwei Zöpfe trägt sie und ist tough bei Bedarf, macht klare Ansagen. Frank trinkt gern, seine Kommentare sind zartbitter bis zynisch. Die seit kurzem gut ausgebaute Straße macht ihn nicht glücklich, weil sie in Investoren in den Ort bringt. Einen Komplex sieht man von weitem oben im Tal stehen.
Die Beiden leben hier ein halbes Jahr, die andere Hälfte auf einem Bauernhof in Tschechien, bei Liberec, dort haben sie ihre Ruhe, sagt er.
Fünf Frauen, alle aus dem Ort, helfen hier, sie tragen blaue Schürzen, eine ist von Anfang an dabei und jetzt Chief of Staff.
Es wird gekocht, geputzt, und der Garten gepflegt, und Frank spielt Gitarre, er trinkt Superbock, das turnt am meisten, sagt er. Wenn man ihn was fragt, verweist er auf Susi. Er rät zum schnorcheln, wenn das Meer ruhig war in der Nacht zuvor, und fragt, ob wir den rotschnabligen Tropicbird gesehen haben, haben wir, und er freut sich.
Ihr Schiff lag noch lang in der Bucht, sie nutzten es, um Baumaterial zu holen. Susi lacht heute noch darüber, daß sie im Gummiboot Toilettenschüsseln an Land gerudert hat.
Das Schiff haben sie dann verkauft, Frank vermisst es…
Die Anlage ist nach und nach gewachsen, erst in die Breite, dann in die Höhe. Wie Manhattan, sagt Susi.
Wie hält man es aus, auf Dauer, im selbst geschaffenen Paradies?
