Der Parkplatz Col du Tente liegt auf 2200 Meter Höhe. Man kurvt eine breite gut geteerte Straße hinauf. Die gibt es, weil man im Winter hier Ski fährt. Wie Urzeitmonster stehen die stählernern Stützpfeiler und Seilwinden in der sommerlichen Landschaft. Die Schneekanonen sind plastikverpackt. Auf den Pisten wachsen Brennnesseln und Disteln. Der Parkplatz ist gut voll, kein Wunder, man kommt so bequem in diese Höhe. Viele Wanderwege starten oder kreuzen hier. Junge Leute mit grossen Rucksäcken, Schlafsäcke und Isomatten aussen dran gebunden, manchmal Helme, auch Kletterseile und Eispickel, die haben Grosses vor. Vielleicht die Steilwand der Breche Roland auf der Grenze zu Spanien erklimmen, die wir hoch oben erkennen? Wir jedenfalls frühstücken erst mal und stärken uns für eine kurze Wanderung mit moderaten Höhenmetern aber tollen Ausblicken. Ein schmaler schottrig- felsiger Weg führt uns über zwei grasige Hügelkuppen, die inmitten dieser viel höheren Berge liegen als wären sie aus Schottland dahingebeamt worden, einschließlich der Schafe. Alles voller Köttel und der warme Wind weht eine schöne Mischung aus Gras, Bergluft und Schaf in die Nase. Hier können die Gleitschirmflieger landen, die hoch oben kreisen, rot bebänderte Stangen zeigen die Plätze an. Wir sitzen lange auf dem zweiten Hügel und bestaunen die gewaltigen Wände des Cirque der Gavernie mit dem markanten Wasserfall. Tief unten im Tal verläuft die Touristenautobahn, ein schnurgerader breiter Schotterweg, der auf den Wasserfall zuführt, wie Ameisen sehen von hier oben die vielen Menschen aus, die darauf spazieren. Sitzen und Schauen. Eines der Vorhaben für diese Reise. Viel Sitzen und Schauen. Spüren und Staunen.




Wie wunderbar! Der Jo und der Roland 😃