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Hamburg 1

Wir haben im vergangenen Dezember schon den Campingplatz gebucht, denn es gibt nur wenige Plätze für größere Wohnmobile, Wohnwagen werden mit dem Traktor durch den Sand gezogen…

Der Platz liegt am Elbufer, 15 km flußab des Zentrums. Freundliche Menschen, multikulti, und ein wunderbarer Strand. Kinder plantschen im Schlick, waten im Watt,

das Umweltamt rät, hier nicht zu baden, dicke ContainerSchiffe tuns trotzdem, schieben sich schwerbepackt den Strom rauf und runter. Ziemlich unheimlich, so nah am flachen Strand. Dazu noch menschenleer, die Schiffe. Moderne Fliegende Holländer, von Geisterhand gelenkt.

manchmal geht’s schief

Wie radeln flussaufwärts, direkt am Ufer entlang, und passieren ganz bald die ersten Villen von Blankenese. Der sogenannte Nobelvorort ist voll von schönen stattlichen Anwesen, sie türmen sich das Ufer entlang und hinauf. Anfangs staunen wir, dann neiden wir, dann kommt der Überdruss. Irgendwie sehen die Paläste in ihrer Einzigartigkeit doch wieder gleich aus. Und all die Überwachungskameras und Schranken erzählen auch von Angst und Isolation. Scheint gefährlich, so zu wohnen.

Einige Kneipen am Weg, der Aperol leuchtet, Roastbeef heute im Angebot, viele schöne Menschen mit kleinen Hunden, sehen und gesehen werden.

Der Radlweg wird bis Altona zum Fußweg: „Vernünftige Menschen schieben ihr Rad, allen anderen ist das fahren verboten“. Nicht schlecht.

Ab Altona wirds bunt, ab St.Pauli voll auf den Straßen, vorbei an Fischmarkt (auch da kann man gut mit dem Womo stehen) und Landungsbrücken erreichen wir die Elbphilharmonie,

ein Prachtbau,  Hotel, Wohnungen (die teuerste wurde für 11 Mio € verkauft, 287qm). Aber eben auch zwei Konzertsäle, wir dürfen heute in den großen Saal. Erstmal aber eine sehr lange volle Rolltreppe rauf, zur Aussichtsebene mit Terrassen, toller Blick rundum, über die Stadt und eine im Abendlicht leuchtende Elbe. Dann nochmal höher, zum großen Saal.

Ich fühle mich wie beim ersten Besuch im BVB Stadion damals. Plötzlich stehen wir in einem riesigen unerwartet hohen Raum. Wie in einem großen Weinberg sehen wir rundum Felder mit Sitzgruppen, übereinander geschachtelt und alle doch sehr nahe der Bühne. Das sieht sehr schön harmonisch aus, und geradezu demokratisch, es gibt kein vorne oder hinten sitzen wie in den üblichen Konzertschachteln.

Wir hören uns sehen dann „Seun Kuti and Egypt 80“. Afro Beat, sehr jazzig, ziemlich laut. Mit einer Sängerin/Tänzerin, die enorm die Hüften schwingt. Die energische Musik passt besser auf ein Open Air oder einen Raum ohne Stühle, man kann kaum still sitzen, manche drängen sich in Nischen um zu tanzen.

Danach ein langes Radeln zurück, unterwegs noch ein teures Bierchen.

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