Wie auf der Hinfahrt verbringen wir zwei Nächte auf dem Campingplatz in Moliet-e-Maar am Atlantik. Dort beginnt soeben die Hochsaison. Die Maulbeeren sind inzwischen schon reif und bewerfen uns mit ihren Früchten.


Wir stapfen barfuß den Strand entlang bis uns die Waden brennen. Am Umkehrpunkt hat jemand aus Schilf und Federn kleine Windräder gebastelt, die uns bezaubern zu unserem Nickerchen den Wind mahlen.

Am Urlaubsende immer dieselbe Diskussion: möglichst lang rauszögern, den schönen Platz genießen und dann durchbrettern – oder gemächlich in mehreren Etappen heimfahren? Weil das Genießen nicht mehr gut funktioniert, wenn die weite Fahrt dräut, fahren wir schon nach zwei Tagen weiter, gut so.
Überwiegend mautfrei cruisen wir quer durch Frankreich und verbringen eine Nacht auf dem Dorfplatz von Gouzon unter alten Linden mit schnatternden Dohlen.

Bei Reisen soll ja immer die Seele nachkommen. Die reist langsam. Deshalb braucht es Pausen. Woran genau merkt man, daß sie nachgekommen und also jetzt da ist, die Seele?
Was auf dieser Reise auf jedem Stellplatz nachkommt, ist der Aufsitzrasenmäher. Er ist die Nacht durchgefahren, uns fröhlich hinterher, der Fahrer wechselt, wäre ja sonst nicht zu schaffen. Der Lärm bleibt gleich, so ab neun Uhr morgens werden wir umkreist und beschallt: ich bin wieder da!
OK, Seele: let’s go on! Ich fahr‘ vorraus. Jo
Eine Entdeckung ist das Tal des Doubs (gesprochen: Du). Der spiegelnde Fluss meandert friedlich durch das grüne Tal, flankiert von hohen Bäumen, aus denen immer wieder schroffe Felsen herauragen. Die Landstraße und ein Radweg begleiten die vielen Schleifen und führen durch etliche hübsche kleine Orte mit sympathisch heruntergekommenen beigebraunen Häusern. Wir übernachten auf dem Camping Municipal in Pays-de-Clerval
Direkt am Fluss. Es ist die 42-ste und letzte Nacht dieser Reise.

Es riecht hier nach deutschem Sommer. Das ist schön und hilft für die weitere Heimreise.
Kurz vor der Grenze fallen wir hungrig in einen Super- U ein und kommen mit reichlich Wein, Käse, Pastete wieder raus.
Vollkommen unkontrolliert gelingt uns die Einreise in unser Heimatland, das wir unschwer an der vollen Autobahn, der rabiaten Fahrweise und den dräuenden Gewitterwolken wiedererkennen.