10.10.23
Dimitsana liegt hoch oben auf dem Berg, ein schönes lebendiges Dorf, mit einigen Tavernen und schicken Lädchen, Gold-und Silber Schmuck. Etwas ausserhalb eine Art Freilandmuseum, Wassermühlen. Viel Pulver wurde hier gemahlen für die Befreiung. Wir waren hier schon mal.
Diesmal haben wir bei einer kleinen Kapelle übernachtet, ein toller Platz, weite Sicht, hinunter in die Schlucht, die Berge gegenüber und die Ebene im Süden.



Morgens reden wir lange über die nächste Reise, im kommenden Winter, auf die Kap Verden. Als ich dann endlich das Womo verlasse, bin ich total verwirrt – Wo bin ich gerade?
Wir parken, um zu einer Wasserstelle im Schatten, ein Plausch mit einer freudlichem jungen Frau und ihrem mürrischen Vater, sie stammen von hier, leben in Athen, manchmal besuchen sie die Heimat.
Mit den Rädern geht es los, zunächst nach Stemnitsa, dem ähnlichen Nachbarort. Dort erst mal n Kaffee am schönen Platz, sind doch schon soo weit gerollt. Der Wirt redet ohne Unterlass, die Zuhörer amüsiert.



Ssso! Jetzt aber los, es geht bergab mit uns, eine schmale Teerstraße mit vielen Serpentinen untereinander bringt uns ins Tal, eine feine Fahrt über 15 km, am Ende mit reichlich Schlaglöchern. Das Ziel ist Gortys, eine Ruinenstätte am Ausgang der LousiosSchlucht. (Hier parken zwei Womos, hoffentlich sind die weg heute Abend.) Eine alte steinerne Brücke, ein rauschender Gebirgsfluss, sehr klar, grünlich schimmernd und saukalt. (Ein Freund hat mir Glühwein versprochen, wenn ich drin bade, hmm) Sein Wasser wird uns heute begleiten.

Die Räder werden sicher angekettet, ein Cache geloggt, und dann geht’s los, wir wandern durch die Schlucht aufwärts, nach Dimitsana zurück.
Der Weg ist durchgehend gut, breit genug, wir sind froh, die Wanderstöcke dabei zu haben. Fünf Stunden wird es dauern, bis wir zurück sind am Womo. Erst oberhalb des Flusses, dann hinab, hinüber, hinauf. Ein altes Kloster hängt in der Wand, wir haben es letztes Mal sehr gerne besucht, jetzt ist es geschlossen, Mittagszeit.


Weiter und wieder hinabhinüberhinauf, ein weiteres Kloster (damals war da ein sehr streng riechender Mönch mit stierem Blick auf meine Frau). – Diesmal ists ein anderer, freundlicher alter Mann, der uns einlädt, seine uralte, ganz winzige Kapelle anzuschauen. Er fragt nach unserem Ziel und dann, ob wir genug Licht dabei haben, noch zweieinhalb Stunden seien es hinauf, es wird Abend und dunkel. (Haben wir? Na ja.) Wir winken ihm zu, er winkt freundlich zurück. Es geht weiter, und tatsächlich ein drittes Mal hinabhinüberhinauf…
Die absichtslose Fürsorglichkeit des alten Mönchs beschäftigt mich noch. Männliche Fürsorge, wie schön. Christophorus fällt mir ein, eine der interessantesten Personen der Bibel. (Ikonografisch der einzige (?) wohlwollende Mann mit Kind)
Der letzte Teil der Wanderung ist ihr schwerster – und schönster:
Jetzt nur noch hinauf, begleitet von gluckerndem Wasser, das teils unsichtbar, weil grün überwachsen, dann in Kanälen rauschend geleitet, dann wieder den Weg flutend uns die Richtung weist: hier komm ich her, da musst Du hin. Kurz vor dem Ziel, unterhalb der alten Pulvermühlen stehen wir vor einem verschlossenen Durchgang, auf Schleichwegen kommen wir dann aber doch bald am Django an.


Mit diesem dann, auf leichterer Strecke als mittags, aussenrum auf hoher Straße runter zu den Rädern, in später Dämmerung, Bergketten in hell und dunkelgrau vor Abendhimmel, Lichter vereinzelter Orte und einer Stadt in der Ferne, tolle Stimmung, nur getrübt durch die Angst der Frau vor dem Blick hinab.
Im Dunkeln kommen wir wieder unten an, leider ist kein guter Stehplatz frei geworden an der alten Brücke. So laden wir die Räder ein, sie haben brav gewartet, wenden unser Haus, das geht leichter als gedacht, und finden einen feinen Nachtplatz ein paar km aufwärts.
Stille. Essen.Ouzo.Sterne – am Himmel!
Ein reicher Tag.