Von Montepulciano geht es weiter, nochmal durchs Orciatal, eben Richtung Monte Amiata. Bagno Vignoni ist ein alter Kurort mit warmen Quellen. Am Ortsende läuft deren Wasser den Berg runter,

bildet Sinterstufen, unten sammelt sich grüne trübe Brühe in flachen Becken,

– unseren Plan, uns dort zu Wasser zu lassen, geben wir schnell auf. Lieber gehen wir dann oben im Ort Kaffee trinken. Nass werden wir dann trotzdem. Seit zwei Tagen schon dräute der Wetterumschwung, jetzt regnet es gleich heftig, zurück am Auto tropfen wir.


Schöne Fahrt durch wolkenverhangene Täler. Es ist sattgrün hier im Land des Brunello.

Ein Stellplatz unterhalb von Castelnuovo dellAbate. Wir verbringen eine absolut netzlose, aber nicht nutzlose Nacht. Fehlendes Internet führt zu völlig unkontrolliertem frei flottierenden Klugscheißen. Vermutlich wandern hier die Funklöcher von Ort zu Ort, um die dramatisch niedrige italienische Geburtenrate zu steigern. Aber damit brauchen sie uns nicht kommen. Wir kucken dann Tatort, so!



Nebenan steht schon ziemlich lange ein Kloster. San Antimo wurde im 8. Jhd. gegründet, um 1200 war es reich und mächtig, doch 1462 wurde es vom Papst geschlossen, er paktierte mit der Konkurrenz in Siena. 1979 nahm man den Betrieb wieder auf, aber 2017 war erneut Schluss, die Mönche zogen davon, kein Netz und kein Nachwuchs.


Geblieben ist die intakte Anlage und vor allem eine sehr schöne romanische Kirche, 12 Jhd, dreischiffig, schlicht, gebaut mit hellem Travertin.


Feine Kapitelle, ein Fresko zeigt meinen Lieblingsheiligen, den Christophorus, eine Ikone männlicher Fürsorge – und Schutzpatron der Reisenden.

Die Kirche wird gregorianisch beschallt, das sorgt für fromme Stimmung, und nebenan klingelt die Kasse im Kräuterladen.




Wir sitzen lang, es tut uns gut. Und draußen werden wir dann schon wieder reichlich nass.
Weiter, zum Garten von Daniel Spoerri, bei Seggiano. „Il Giardino“ nannte er den Park. Über 160 Skulpturen von ihm und befreundeten Künstlern sind hier zu sehen.



(Präsident, 10 Geschworene, Angeklagter)



Dies Irae – Tag des Zorns – Drei große grausame Trommler treiben eine Gänseherde vor sich her, im Abseits steht der Hirte, er hat nur eine Gans gerettet. Das klingt so geschrieben vielleicht kitschig, vor Ort hat es uns tief berührt.


(Plastiken von Olivier Estoppy 2001, aus Stahlbeton, so filigran, nie gesehen)











Der Garten ist wunderbar, leider treibt uns ein Gewitter zurück. Man könnte gut einen Tag hier verbringen.

Tolle Bilder, was für ein Garten!