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Krabben

Auf Pellworm gibt es Krabben, auch Granat genannt, frisch vom Kutter. Ich möchte ein Pfund, der Mann in Gummistiefeln schüttelt den Kopf, und ich bekomme wortlos eine Tüte voll, mehr als ein Kilo, für sechs Euro. Widerspruch zwecklos. Ist OK. 

Wir hatten uns schon mal getraut, frische ungeschälte Krabben zu kaufen, das war im Sommer ’89 in Wilhelmshaven, wir saßen lang auf der Hafenmauer und dilettierten an den Tierchen rum, ein Local machte es uns mitleidig ungeduldig vor, wie das geht, das Pulen. So Zack und Zack und feddich. Aber erklärt hat ers nicht, der Fischkopp. Beschämt ließ er uns sitzen, wir gaben auf, die Papiertüte landete im Müll.

Jetzt also kommt unverhofft die Gelegenheit, eine alte Schmach zu tilgen, welche Schanden (Schmach hat keinen Plural!) mögen wohl noch so auftauchen im restlichen Alter?

So sitzen wir denn, nach der Insel, auf dem Campingplatz am Tisch, mit Flens bewaffnet (die Pullen sind so griffig, man könnte sie gut werfen, zB auf Blockwarte) und pulen. Diesmal aber sind wir mit einer Erklärung versehen, das Netz macht das besser:

– Kopf der Krabbe festhalten, Körper (der Krabbe) drehen, bis der Panzer knackt, Hinterteil abziehen, dann kuckt Essbares raus, dieses dann vom Kopf trennen, ziehen, fertig. –

Schon nach ca 50 Versuchen klappt das tatsächlich, und nach ner guten Stunde sind wir fertig, zwei Flens sind leer, inzwischen ist es dunkel geworden, kein gutes Licht mehr zum Zielen und Treffen. (Nein, ich habe beim Pulen nicht an der Betreiber dieses Platzes gedacht.) Es bleibt ein Haufen Schale und ein Häufchen Krabben. 

Die Frau verkündet, man könne die doch gut morgen essen, jetzt liegen die nur schwer im Magen.
Ungläubiges Staunen…

Sie waren dann wirklich lecker, fein angemacht mit Majo und Avocado, gegessen aufm Deich, am nächsten Tag.

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