Montsegur

8.6.23

Heute waren wir Radeln und Wandern. Die 48 km langen Tour führte uns zuerst an den Fuß des Montsegur Hügels, den wir natürlich auch erklommen haben. 200 m steil hinauf, eine tolle Sicht da oben und die Geschichte dieser Katharer Burg ein Krimi. 600 Menschen hatten sich dahin zurückgezogen, im Jahre 1260 auf der Flucht vor der Verfolgung durch die katholische Kirche, die Machtverlust fürchtete, denn die Katharer hatten ihren eigenen Club aufgemacht. Schlussendes mussten sie konvertieren oder auf den Scheiterhaufen. Heute steht man mit diesem Kopfkino inmitten der alten Steinmauern und fragt sich woher 600 Leute in monatelangem Belagerungszustand Wasser und Essen bekommen haben. Außer uns klettern noch viele andere Erlebnishungrige rauf und runter. Eine schweißtreibende Angelegenheit, eine Engländerin rät uns, die Infotafeln zu lesen. Das sei eine gute Gelegenheit für eine Pause. Sie hat nur zwei Wochen für ihre Reise, erzählt sie, und sie ist neidisch auf die Leute im Campervan. Wir Glücklichen. Glücklich bin ich beim Radeln, ich spüre eine tiefe Freude an der Landschaft, an der Bewegung, am gemeinsamen Erleben. Wir rollen mehr als 10 km bergab. Fahren winzigste Sträßchen ohne Verkehr, ein geschotterter Waldweg am Bach endet in einem geschlossenen Hochseilgarten, an einer Brücke vor der gigantischen Karstquelle Fontetorbes. Aus dem schwarzen Höhleneingang schießt das Wasser heraus. Im Sommer kommt es nur schwallweise, weil sich der unterirdische See immer erst wieder füllen muss, und das dauert je nach Regenmenge länger oder kürzer. Jetzt braust und tost es unablässig, es regnet ja auch täglich. Dann ein Abstecher in die Gorge der la Frau, entlang des Flusses Hers, weiblicher kann eine Landschaft nicht heißen. Bemooste Bäume, fette Wiesen, grasende weiße und braune Kühe, viele Kälber. Nach wenigen Kilometern bergauf endet die Straße und ein Wanderpfad führt weiter in die Schlucht hinein. Die Wände werden höher und rücken näher zusammen, bis sie da wo wir umkehren auf drei Seiten senkrecht nach oben wachsen. An dieser Stelle kommen zwei beladene Pferde und eine junge Frau aus der Schlucht. Woher sie kommt, will ich wissen. Lescun, sagt sie, und: it was very hard for the horses, but now they want to run. Ich bin schwer beeindruckt, da muss sie mehrere Tage lang im Hochgebirge unterwegs gewesen sein. Wir sausen wieder runter und den nächsten Berg hoch zum Django. Wir sind platt und bald im Bett. Vorher essen wir einen Riesenberg Paprika -Zucchini Gemüse mit Bratwurst und duschen. Das war meine erste Innendusche, überraschend angenehm und komfortabel war das, das mache ich jetzt öfter.

Schreibe einen Kommentar