Wir sind auf Reisen. Nicht im Urlaub. Es gab wenig Tage, an denen NICHTS auf dem Programm stand. Zu kurz war die Zeit für dies Land mit den zahllosen Optionen.
Wir waren auf der Insel täglich am Strand, hatten aber nur einen klassischen Strandtag. Und zwar an unserem Lieblingsstrand, dem six-senses-beach.


Sechs Sinne, wir haben alle genutzt.




Wir hörten
das Sausen des Windes, das Klatschen der Wellen, die Rufe der Vögel.
Wir sahen
das sich ständig wandelnde Licht, das die Wolken, das Wasser, den Sand unaufhörlich neu anmalt.
Wir rochen
den modrigen Schlick zwischen den Mangrovenwurzeln, das fischige Innere der Muscheln, unseren Schweiß.
Wir schmeckten
salzige Luft und salzige Haut, süsse Minimangos, würziges eingetuppertes Curry.
Wir spürten
das Streicheln des warmen Windes, das Schaukeln der Hängematte, das Pieksen der Muscheln unter den Füßen.
Müssiggang lockt Muse an.
Mit unserem sechsten Sinn erahnten wir, was sein könnte, und unsere Hände erschufen es.






Muster im Sand
Bei Ebbe drehen sie aus dem Strandsand Kugeln und legen sie in geheimen Mustern aus. Am Rand oder im Zentrum des Ornamentes ist ein Loch, der Eingang zur Wohnung der kleinen blonden Sandbubblerkrabben.
Sie sind scheu. Jeder Schatten, der auf sie fällt, jede Erschütterung in der Nähe, lässt sie blitzartig in ihre Löcher huschen.
Nur wer ganz still hockt, kann sie beobachten bei ihrem Tun.
Zaghaft krabbelt die Krabbe ans Licht und beginnt mit ihrer Arbeit.
Mit den beiden vorderen ihrer zehn Beine kratzt sie ein paar Sandkörner zusammen und formt sie unter Zuhilfenahme der winzigen Beißzangen zu vollkommenen Kugeln. Sie wirft die fertige Kugel unter ihrem Körper hindurch nach hinten weg und schiebt sie an die richtige Stelle. Sehr schnell und ausdauernd ist sie. So gestaltet sie nach jeder Flut den Hof um ihre Höhle neu.
Macht sie Hausputz?
Sind die Muster ein Code? Was wollen die Tierchen wem mitteilen? Welches Geheimnis verbirgt sich hinter den kunstvollen Strandskulpturen?

Es ist ein Gedächtnistrick.
Die Krabbe speist.
Sie filtert kleinste Teilchen aus dem Sand.
Die Sandkörner in der Kugel sind durchgefiltert und leergegessen. Sie reiht sie ordentlich auf, damit sie weiß wo sie schon war.
Die Flut zerstört das Kunstwerk.
Wenn die Ebbe einsetzt, ist der Sand wieder angereichert und die Krabbe erschafft futternd ein neues Ornament.
