Veliko Strandbeobachtungen

3.10.23 In der weiten Sandbucht von Veliko, 20 km südlich Kalamata, ist nicht mehr viel los. Ein älterer Herr krabbelt am Vormittag aus seinem PKW, in den er geschlafen hat, geht die paar Schritte zur Wasserkante, hockt sich auf einen Stuhl unter einen kleinen Sonnenschirm und bewegt sich dann sechs Stunden lang nicht. Was macht der da? Nachdenken? Ein philosophisches Werk lesen? Das pure Da-Sein, ich werde nervös beim Zuschauen. Ein Berliner Paar reist im VW Bus, frühstückt auf der Betonplatte der abgebauten Strandpaar. Weiter hinten stehen im Schilf zwei Riesenwohnmobile, die bleiben unter sich. Ein Mittvierziger, dünn, tätowiert, wäscht seine Wäsche unter der Stranddusche und erzieht Leila, seinen schwarzen Labrador. „Glaub nicht, dass du ungestraft davon kommst“ schimpft er den Hund, der in flottem Tempo auf eine im Sand liegende Familie zugerannt war. Seit vier Jahren lebt er in dem alten Bus, erzählt er. Im Winter in der Türkei, da sei es wärmer. Das Handtuch, das er gerade wäscht, sei ihm geschenkt worden. Das sei ein Glück gewesen, weil er seins verloren habe. „Ich hab ja nicht viel und will mir auch nichts kaufen. Aber das, was man braucht, kommt immer zu einem“. Der Strand ist weit, weich und sauber, in der Ferne leuchtet abends Kalamata, und nachts bellen alle Hunde.

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