Wir haben jetzt ein paar Tage lang ein Auto, ein fetter Peugeot 5008, da passen alle mitsamt Gepäck rein. Was wollen wir sehen? Wir haben für die Fahrt in den Norden einen ganzen Tag Zeit. Entscheidungsfindung ist nicht leicht, wenn es gilt, die Vorstellungen von fünf Leuten unter einen Hut zu bekommen, die Zeit begrenzt ist und das Reiseland so viel zu bieten hat. Ein Elefantencamp? Unethisch oder teuer. Der sticky waterfall? Übertouristisch. Durchs Land cruisen auf gut Glück? Zu viel Autofahren. Erst mal drüber schlafen.
Beim Frühstück entsteht der Plan. Ein Stück die Straße nach Pai fahren, an der Strecke liegen ein Wasserfall und Geysire.
Nach einigen Kilometern im dichten Linksverkehr wird es ländlich. Wir überholen Mopeds mit angeflanschten Gittern, schwer mit Säcken und Kisten beladen. Am Straßenrand wechseln sich Garküchen und Gemüse Stände ab. Dann lassen wir die Siedlungen hinter uns, das Grün nimmt uns auf.
An einer Nudelküche stoppen wir. Davor steht ein Van eines Radtouren Anbieters. Nach und nach trudeln drahtige alte AmerikanerInnen auf E-Bikes ein. Würde ich hier radeln wollen? Eher nicht. Zu heiß für mich. Die Truppe bestellt lautstark und besetzt die ganze Terrasse. Wir verziehen uns in den hinteren Teil des Gartens. Dort sitzen wir auf improvisierten Möbeln aus alten Sofas, gebrechlichen Hockern und selbstgezimmerten Tisch-Brettern.


Es ist still, der Blick schweift über ein Reisfeld mit noch kleinen Pflänzchen. Unsere Nudelgerichte sind köstlich, wir versuchen, die Aromen zu identifizieren. Zimt, Koriander, Curcuma, natürlich Chili und noch mehr. Das Trinkwasser schöpft man sich mit einer Kokosnuß Kelle aus einem Thermoeimer.
Das Auto ist glühend heiß als wir wieder einsteigen, zum Glück hat es eine starke Klimaanlage.
An der Abzweigung zum Wasserfall entdecken wir ein Café, das merken wir uns.
Der Wasserfall entpuppt sich als Glücksgriff des Tages. Nur wenige Menschen spazieren den schönen Weg durch den dichten Wald entlang.



Eine kleine Höhle gibt’s auch. Tilman klettert ein wenig, Marlene lässt die Drohne fliegen, alle plantschen.




So vergeht der Nachmittag.
Nach ausgiebiger Einkehr ins Café streichen wir den Geysir von der Besichtigungsliste und fahren nach Chiang Dao.



Bei der Ankunft ist es schon dunkel. Susie, eine weit gereiste Thailänderin hat auf uns gewartet. Sie weiht uns in die Geheimnisse der Roundhouses ein. „Many moskitos, step all together through the door. One two three, go!“ Später sorgt sie dafür, dass wir in einem nah gelegenen Lokal, das eigentlich schon geschlossen hat, doch noch ein Abendessen bekommen.