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Auf nach Andalusien

Andalusien hatten wir gar nicht auf dem Plan. Und fahren nun doch zügig hinein in diese südlichste Region Spaniens, für die der Wetterbericht deutlich besser ist als für die Extremadura, wo wir eigentlich den Schwerpunkt hatten setzen wollen.
El Cerezo streben wir heute an. Ein Ruinendorf im Nirgendwo, weit weg von Orten und deshalb super zum Sterne gucken.
Im kleinen Ort Cardeña zweigt die Sandpiste ab, der wir zwischen Steineichen hindurch bis zum Ziel folgen.

Wir parken auf der Wiese neben einem renovierten Steinhaus. Die Fenster sind vergittert, ein Flügel steht offen, im Innenraum warten Sofas und Sessel auf Besucher. Kein Mensch weit und breit. Im ganzen Dorf stehen zwischen verfallenen, von Feigenbäumen eroberten Mauern, mehrere gut hergerichtete Häuser.  Ein umzäunter Spielplatz mit leerem Pool zeugt ebenfalls davon, dass hier versucht wird, den Ort wiederzubeleben. Vielleicht kommen die Leute im Sommer?

Einige versprengte Bauernhöfe, die Zufahrten mit Eisentoren versperrt. Ein Bauer fährt mehrfach hin und her, jedes Mal winkt er freundlich.
Als wir zum Wandern aufbrechen wollen, kommt der Regen. Dann halt nur ein Spaziergang.


Am nächsten Morgen kreisen Geier über uns. Wir zeigen es ihnen und radeln los.  Auf alten Viehtrieb-Wegen sind Wanderungen markiert, wir vertrauen darauf, dass sie radtauglich sind.


Hier weiden kleine, flinke, schwarze  Schweine, die nach Monaten in Freiheit zu feinstem iberischen Schinken werden.

Ölkäfer

Wir durchpflügen schlammige Pfützen. Jo schiebt die Räder nacktfüssig durch einen Fluss, ich suche mir einen Stecken, mit dessen Hilfe ich von Stein zu Stein hinüber balanciere.

Die Wiesen blühen, Schweine, Kühe, Pferde, Schafe grasen, ein Hütehund verbellt uns, hält zum Glück aber Abstand.

Das Dorf am Weg wirkt ausgestorben, aber eine Bar ist gut besucht und hat Kaffee für uns. Die letzte Etappe ist ein Kreuzweg.


Zurück am Womo haben die Geier aufgegeben. Wir halten unsere schlammbespritzten Beine ein wenig in die Sonne, dann geht’s weiter Richtung Cordoba.
Oberhalb der Stadt quartieren wir uns auf dem Gelände eines Öko-Hofes ein. Man hört Wind, Vögel, Schafglocken. Es gibt eine Nasszelle in der Werkstatthalle, es riecht wie früher in Dortmund in Papas Werkstatt. Ich fühle mich daheim.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Eckhard

    Danke für’s berichten u. die Fotos! Das Drohnen-Foto mit dem Schirm gefällt mir besonders!
    👍🙂🙏

  2. Marlies

    Wieder schön euch zu folgen, tolle Bilder

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