aber warum?
Anfangs war’s ein Reisetagebuch, nur für uns.
So wie früher in analog: eine Kladde, Handschrift/Klaue, ergänzt mit kleinen Erinnerungen, Tickets usf.
Und dazu ne fette Kamera, kästenweise Dias daheim, für ermüdende Diaabende.
Irgendwann verblassten die Dias, ungesehen, und mit ihnen die Erinnerungen.
„Creating memories“ funktioniert als Reise/Lebens- Konzept ja nur, wenn und solange man sich auch erinnern kann. Also aufschreiben, was war. Aber danach.
Erst mal ErLeben.
Wir haben ja bekanntlich zwei Leben. Und das zweite beginnt, wenn wir erkennen, daß wir nur eines haben. (Ist das schon ein Koan?)
Mitnehmen, was geht. Also „Creating Events“? Abenteuereisen oder Reisen als Abenteuer? Als gäbe es kein Morgen? Auch ein Konzept, weniger nachhaltig. Sich lebendig fühlen, sich aussetzen, sich trauen und zumuten. Aber bitte altersgemäß. Also Womo. Mit Freistehen, wenn möglich. Autark und trocken. Survival light. Überleben jeden Falls, solange es halt geht. (Laut SZ gehören wir zu den „energized adventurers“ – manchmal vielleicht)
Aber das pure „Hier und Jetzt“ ist es auch nicht. Erstaunlich schnell wird es sonst: Beliebig. Unwesentlich.
Unvergessen ist das erlebte depressive Versumpfen auf Gili Air, einer Insel bei Lombok (Heute ein feines Taucherressort). Unsere zweite Asienreise war das, 1984. Sinnlos am Traumstrand, damals war die gedachte Konsequenz: nächstes Mal kommen wir zum Arbeiten her….Entwicklungshilfe…
(Man muss ja nicht zum Äußersten greifen, sag ich heute, nach der Arbeit.)
Beliebigkeit ist also ein großer Feind und starker Gegner.
Es braucht die Reflektion, und Pausen.
Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden, heißt es auch.
Es ist gut, sich hinzusetzen und über das Erlebte zu schreiben, – solange man sich noch erinnert. Um es fest zu halten. Gegen das Verblassen. Ums zu verstehen, mit Sinn zu versehen. Das Wesen tliche zu finden an einer öden Schmodderstraße, und sei es im blöden Witz.
Also schreiben wir drüber.
Warum aber teilen? Wichtig ist zunächst mal, daß dieser Blog geschlossen ist, nicht öffentlich. Hier wird auch nichts verkauft. Man findet also keine affiliate links. Nur Familie Freundinnen Freunde können rein und mitlesen.
Beim Schreiben hilft die Vorstellung, einem wohlwollenden nahen Menschen was zu erzählen. Für sich allein würde man sich weniger Mühe geben. Man verbindet sich also mit jemandem, die man gern hat. Und schreibt so, daß es ihr/ihm hoffentlich gefällt, es unterhält, anregt. Wenn man mal anfängt, macht es richtig Spaß, sich Mühe zu geben, mit den Worten wie den Bildern. Bei Beidem geht’s um die Verknappung, das Reduzieren aufs Wesentliche, den richtigen Ausschnitt.
Und ein wenig geht’s schon auch um Resonanz. Ein „Like“ oder Kommentar schmeichelt, aber noch viel wichtiger ist die gefühlte Verbundenheit.
Denn wir habens schon auch manchmal schwer, so allein unterwegs. Bekannt ist nur das Womo. Ansonsten nur Fremde in der Fremde.
Um sich nach Vertrauten und Vertrautem zu sehnen, muss man wegfahren. Und sich in der Ferne dann beim Schreiben und Lesen nah sein.
Schön. Danke.
Viel Spaß noch beim Baden! Wir fahren morgen weiter in die Bretagne und verlassen das Baskenland. Haben Lust auf andere Speisekarte;-)
Also ich lese und resoniere hier gerne und viel (und immer schon egal ob Dia oder blog) und kenne die Überlegungen und den Reiz sehr gut 🙂 Im August wechseln wir uns dann wieder ab.
Freu mich drauf
Danke für eure Gedanken, Bilder und Geschichten über eine unbekannte Welt.