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Costa de la Luz

Die Küste des Lichts ist sonnenverwöhnt und zieht mit ihren   300 Sonnentagen ganzjährig Touristen an.

Wir quartieren uns in Los Caños de Meca ein, übersetzt: die Wasserläufe von Mekka. Der Ort verdankt seinen Namen den zahlreichen Süßwasserquellen „Caños“, die im östlichen Bereich der Steilküste entspringen.
Der Campingplatz ist noch leer, ein paar Meter dahinter plätschert der Atlantik ostseeartig an den flachen, breiten, goldgelben Strand, von dem aus die Berge der marokkanischen Küste zu sehen sind.

Der angebliche ehemalige Hippieort ist ein dauerhaft windiger Landstrich, ein Surfer Paradies, bislang sind allerdings kaum Leute da. Man kann kilometerlang an der Wasserkante oder durch die Dünen laufen.

Der Faro de Trafalgar steht auf dem Campingplatz, vor dem 1805 die legendäre Seeschlacht stattfand, bei der die Briten jede Menge Schiffe der französisch-spanischen Flotte versenkten und sich damit die Seemacht sicherten. Hätten die Engländer verloren, wäre Napoleon nach England einmarschiert.

Am Abend trifft man sich in einer Strandbar, sitzt auf Barhockern oder flätzt in den Dünen. Hier kehren auch wir ein und lauschen der Band, die bekannte Stücke covert. Sie spielt unermüdlich, wir liegen längst im Bett als es nachts um drei still wird.

Im Hinterland ist ein Naturschutzgebiet. Das soll beradelt werden.
Der von Komoot vorgeschlagene Weg ist zwar sehr schön – elegante Schirmpinien spenden duftenden Schatten – aber die Räder bleiben im Sand stecken. Eine Weile mühen wir uns ab, kehren dann zur Straße zurück und ändern den Plan.
Ein grün gestrichener Radweg begleitet die Straße und führt uns sicher nach Barbate, einst ein Zentrum des Thunfischfangs. Die Fangquote sinkt, die Arbeitslosigkeit steigt.

Kneipe an Kneipe, die um die wenigen Gäste kämpfen. Wir lassen uns in ein Lokal abschleppen und essen winzige Thunfischbrötchen, die als Tapas firmieren.

Danach: weiter, am Fluss Barbate entlang, der sich gemächlich durch das Marschland windet. Ein Reiher flattert auf, Libellen tanzen über dem Wasser, das hohe Schilf raschelt im Wind, der so stark bläst, dass ich den Lenker gut festhalte  um in der Spur zu bleiben.

Torro

Auf einem Hügel in der Ferne thront ein Ort, so weiß, als hätte jemand Würfelzucker verstreut.
Vejer de la Frontera, eines der vielen „Pueblos Blancos“ in Andalusien.
Man geht bergauf oder bergab in diesem Ort. Das merken wir schnell, sperren die Räder ab und erkunden den Ort zu Fuß.

Plaza d’Espagna

Alt und berühmt ist er, viele Reisebusgruppen schlendern hindurch, Rollkoffer rattern übers holprige Pflaster zu einem Hotel in einem ehemaligen Kloster.
An einem Aussichtspunkt steht die Cobijada: eine Statue einer verschleierten Frau, nur das linke Auge ist sichtbar.  Bis zum Verbot durch Franco 1939 war diese Art der Verhüllung für Frauen in Südspanien üblich.

Coijada – Statue und Wandgemälde

Wir kaufen Bratwürste fürs Abendessen und radeln zurück. Eine Sandpiste führt uns durch bäuerliches Land rasant bergab.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Eckhard

    Ganz wunderbar! Ein Gefühl als wäre ich dabei! Und sehr entspannend, nach meinen visuell überfluteten Tagen in Paris! Sehr schöne Fotos!!
    Merci beaucoup! 🙂👍

  2. Peter Spitzner

    Danke lieber Jo, dass Du mir die Gelegenheit bietest, mich in Mitfreude zu üben.
    Tut mir gut. Euch weiterhin viele spannende Abenteuer.
    Alles Liebe,
    Peter

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