Du betrachtest gerade Heimwärts

Heimwärts

Wir lassen Saturnia hinter uns und machen Strecke. Kleine Orte auf Hügeln, zypressenumstandene Höfe, fast hat sich das Auge schon an den Anblick gewöhnt. Wir sind wehmütig, wollen nicht durchbrettern. Am frühen Abend stoppen wir zwischen Siena und Florenz auf einem Friedhofsparkplatz im Val d’Elsa und machen einen langen Spaziergang. Der Fluss Elsa strömt blaugrün über Sinterterassen und bildet Gumpen, in denen man baden könnte. Ein paar junge Leute kommen uns mit nassen Haaren und Handtüchern um die Schultern entgegen.

Der Weg quert den Fluss mehrfach auf grossen seilgesicherten Trittsteinen, zwischen denen das Wasser braust. Am Umkehrpunkt ist ein Wasserfall. Ratten huschen zwischen den Picknicktischen herum.

Auf dem Rückweg ist es finster. Zum Glück haben wir eine Stirnlampe dabei.

Die Nacht ist kühl und ruhig, kein Wunder bei den Nachbarn.

Unsere letzte Übernachtung ist dann bei Brixen auf dem Busparkplatz des Kloster Neustift. Da ist es noch kühler.

Am Morgen streifen wir durch den Klosterhof, werfen einen Blick in die barockisierte romanische Kirche und kaufen Wein. Wir fotografieren Blumen und Mauern, belangloses Zeug, das uns in unserer Abschiedsstimmung sehr fotogen erscheint und kaufen Wein.

Irgendwann gibt’s keine Ausreden mehr und wir fahren die alte Brennerstraße rauf und runter. Die Berggipfel sind weiss gepudert. Die Sonne scheint auch auf der Nordseite.

Vor ein paar Tagen haben wir eine kleine Umfrage gestartet und schöne Antworten erhalten.

Ein Experiment:
Liebe daheim Gebliebene/Seiende!
Wir sitzen am Strand und brauchen Hilfe:
Wir wollen partout nicht nach Hause, müssen aber…
Bitte nennt uns doch ein paar Gründe, wegen denen es sich lohnt, heim zu fahren (neben dem, Euch zu sehen, eh klar).

Die Antworten:

Wein, Weib und Gesang. Sex, Drugs und RocknRoll helfen immer.

Kuschelige Kamin Abende
Kochen/Einkaufen
Vertrautheit
Go spielen
Großes Bett
Grounden
Nächste Reise planen
Plätzchen
Sauna

Traumhaftes Frühherbstwetter
Triosense: Stories of Life hören
unser neues Trockenklo im Womo besichtigen und ausprobieren
Wäsche waschen und die nächste Tour planen
zum Fußball gucken ins Glubbstadion gehen
die Kinderlein sehen
schmackhafte Äpfel alter Sorten aus der Fränkischen essen, solche Äpfel gibt es nicht in Italien
Apfelkuchen mit Mürbteigboden und Walnusszimtstreuseln backen
daheim eine große Wand mit Strandtapete verschönern
fränkische grobe Bratwürste mit ordentlich Majoran in Butterschmalz gebraten

Außer, dass ihr anscheinend „müsst“, sehe ich erneute Sehnsucht und Freude, nach weiterem Nürnberger Alltag wieder auf ein Neues zu fernen, unbekannten Horizonten bzw. neuen Reise- Abenteuern aufzubrechen – Wabi Sabi …..

Die Kinder, kühle Herbstluft, sich einfärbende Hortensien, Regen vorm Fenster von der Wärme aus betrachtet, Schäufele, Klöße, der Duft von Kuchen im Ofen, ein hoffentlich nicht täuschendes Gefühl von Geborgenheit in der Wohnung, irgendwann vor der Türe Frost und Schnee, Melancholie, Einladungen, Gespräche, Menschen, die meine Sprache und vielleicht sogar mich verstehen.

Danke ihr Lieben, ihr habt geholfen. In zwei Stunden sind wir zu Hause. Und das ist auch gut. Wir freuen uns auf euch!

Danke fürs Folgen, Liken und Kommentieren.

When too perfect, lieber Gott böse

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Ilse

    Hach, ich rieche den Kuchen, wenn nicht gar den Braten schon ….
    Gute Heimreise, gutes Ankommen, bis bald!

Schreibe einen Kommentar zu Ilse Antwort abbrechen