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Kraterrand

Eine lange Fahrt über tausend Kurven entlang der Küste bringt uns hoch hinauf zum höchsten Punkt der Insel.

Bei einem ersten Stopp am Mirador de Tieme dürfen wir ein berühmtes Phänomen bewundern: über den Kamm der hohen Berge fallen herandrängende Passatwolken herab und lösen sich auf.

Wolkenwasserfall

Wir fahren durch Kiefernwald, an steilen Weingärten entlang, in Wolkennebel bis über die Baumgrenze, bis hoch über die Wolken. In 2400 Metern Höhe wird von mehreren Sternwarten aus der Weltraum erforscht. Am Hang des Roque de los Muchachos stehen glänzende Kuppelbauten und Spiegelteleskope. In den Spiegeln steht die Welt aus dem Kopf, in den Stahlkonstruktionen singt der Wind. Schautafeln berichten von Gammastrahlen Astronomie. Unwirklich, ein fremder Planet.


Die Straße führt mitten hindurch und weiter hinauf bis zu einem Parkplatz, von dem aus man einen kurzen Spazierweg zu mehreren Aussichtspunkten machen kann.

Wir sind auf dem Kraterrand des höchsten Inselberges und könnten  1000 Meter in den Krater hinabblicken. Wenn der nicht mit Wolken gefüllt wäre.

Felswand
Im Hintergrund der Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa

Heute verlieren sich die fast senkrechten, in allen Brauntönen schimmernden Felswände in der dicken Wolkensahne. In der Ferne hängt der beschneite Teneriffa Berg Teide wie eine Fata Morgana im Meer.

Es ist wärmer als erwartet. Der Wind ist kalt, aber die Sonne ist stark. Felsen im Windschatten liefern wunderbare Strahlungswärme beim Ankuscheln. Wir stehen lange an diesem besonderen Ort, beobachten das Steigen und sich Auflösen der Wolken, das wärmer werdende Licht der sinkenden Sonne, wollen nie wieder weg. Großartig wird hier der Sternenhimmel sein. Aber wir wissen um die lange kurvige Heimfahrt, die vor uns liegt. Die wollen wir nicht im Dunkeln machen. Einen Moment noch hocken wir im offenen Kofferraum und futtern unsere Brote, belagert von zwei schnorrenden Raben.

Aufseufzend lösen wir uns. Zurück durch den Kiefernwald, die Wolken, die Weinhänge, die 1000 Kurven. Ein kurzer Stopp auf der Klippe über Tazarcorte, das Aridanetal liegt funkelnd unter uns. Wir tauchen hinein, hindurch, queren die nun schon vertraute Lava. Am Ziel funkeln über uns die Sterne, der Orion im Zenit.

Aridanetal bei Nacht

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Anonym

    Das habt ihr wieder sehr gut geschrieben ich stehe auch mittendrin

  2. Andrea

    Vielen Dank für die schönen Bilder und Eindrücke von eurer Reise.

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