Pindos

Noch grübelnd über den Vorschlag nerdigen Frauenverstehers fuhr ich weiter, vorerst mal Richtung Athen. An einer Kreuzung wurde mir vom freundlichen Wachtmeister beschieden, über die Westroute zu fahren, hatte ich eh vor. Lt Herrn Gugel ist die Autobahn am Meer entlang noch gesperrt. Die Straße war wunderbar, erst als Autobahn, z.Zt. umsonst, dann als breite Landstraße. Und wirklich eine Straße durchs Land, wunderbar zum Cruisen, gibt es eigentlich Cabrio Wohnmobile?  Kurvenreich, teils mit Kehren, ging es am Rande und durch das Windows Gebirge. (Hier sieht man, wie ungebildet der Sprachassistent ist, er denkt nur an das eine… Es heißt Pindos, du Depp) wunderbare Aussichten, dunkle Berge, eine ruhige klare Landschaft. Im starken Kontrast dazu:

Im Moment ist das die einzige freie Straße von Piräus und Athen nach Norden, Transit Mitteleuropa. So kamen mir also hunderte von LKWs entgegen, enge Begegnungen in den Kurven, das hält wach. Nervig und unangenehm nur die Überholversuche im Gegenverkehr. Immer auf der Hut (woher kommt auf der Hut?). An der Straße von Tricca nach Pili, wieder unten in der tessalischen Ebene, konnte ich dann wirklich schlimme Überschwemmungsreste sehen, Felder unter Wasser, und beste Straßen mit brauner Lehmschicht bedeckt. Durch Pili zu meinem ausgesuchten p4n-stellplatz hier war im Tal viel Erosion, teils mit sehr dicken Felsbrocken, aber die Straße wieder gut befahrbar. Der Stellplatz wunderbar, nach einer 14 Tonnen Eisenbrücke, die Luft ist voll mit harzigem Duft, der Fluss rauscht. Die Schüssel hat Empfang, das Handy auch. Später spielt Deutschland gegen Frankreich in Dortmund und gewinnt überraschend 2:1. Aus der Ferne für Uwe ein VPN eingerichtet, damit er auch gucken kann, hat geklappt. Es folgt eine ruhige und angenehme kühle Nacht mit gutem Schlaf.

Am nächsten Vormittag mit dem Rad nach Pili. Zuvor fragt mich ein freundlicher Grieche aus dem Auto raus, ob alles okay sei wie es mir geht, alles im besten Deutsch gesprochen, und er meinte ich soll beim Fahrradfahren jetzt vorsichtig sein, weil die Straße kaputt ist. sehr nett das. Pili ist bekannt für seine sehr alte Bogenbrücke und eine noch ältere Kirche. Über diese schöne Brücke quält mich mein Rad, dann am Fluss entlang zu eben dieser Kirche, sie ist wirklich auch sehr schön leider aber geschlossen. Über eine weitere Hängebrücke in den Ort, ein typisches Straßendorf, wohl etwas wohlhabender. Am Ortsende ein Bäcker ohne Brot, aber mit lecker SpinatTasche. Und Apfelkuchen. Das Brot gibt’s dann im Supermarkt, dort eine seltsame Begegnung mit einem Zwergenmenschen allerlei Geschlechts, der sich mit herb männlicher Stimme vordrängeln wollte und zugleich mit einer leisen PiepsStimme mit sich selbst sprach. Ein gealtertes Gollum. Zurück zum Auto, jetzt wird noch Wasser getankt und dann geht’s nach Delphi.

Soo crazy: gerade wollte ich losfahren, da hält ein kleiner Kastenwagen an, drin ein Paar, er Grieche, sie Deutsche. Die leben seit vier Jahren wieder hier, zuvor hatten sie in Rupprechtstegen im Pegnitztal ein Gasthaus, in einem Eisenbahnwaggon. Mussten sie wg. Corona aufgeben. Hier sei das Leben anders, schon schön vom Wetter her, aber es ist schwer, Arbeit zu finden. Kaum sind sie weg, hält der nächste an, fragt (auch auf Deutsch) ob alles ok ist. Er lebt zT in Weiden Opf.  Total nett, freundlich. Wohl etwas wohlhabender. Er erzählt, dass die Dörfer oberhalb verschont blieben, Trikala aber schwer getroffen wurde.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

    1. JoDaTours

      Lieber doch nicht.
      Sonnenbrand auf der Platte…

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