Punta do Sol und Fontainas

Und wieder geht es mit Colletivos talabwärts und mit Umsteigen nach Punta do Sol. Der Ort war mal Inselhauptstadt, hatte sogar einen Flughafen, zumindest eine Landebahn und ein Tower wurden gebaut, aber nie betrieben. Das Meer brandet direkt daneben.

Die Stadt verlor ihre Bedeutung, nachdem die Kaffeepreise abstürzten.

Viel früher gab es jüdische Händler aus Marokko, es gibt einen kleinen jüdischen Friedhof, ein Ort in der Nähe heißt Sinagoga.

Inzwischen entwickelt sich hier der Tourismus. Ein kleines Hotel ragt hässlich empor.

Eine betonierte Hafenbucht, anlandende Fischerboote werden mit vereinten Kräften hinauf gezogen.

Gleich daneben wird der Fisch dann verkauft.

Männer tragen hier gerne Shirts von Fußballvereinen, auch FCB, BVB und sogar DFB, das traut sich keiner daheim.

Mit einem Sammelbus fahren wir auf achsbrecherischer Piste, eng, steil, drei Kilometer nach Fontainas.

Ein kleines Dorf, hoch oben über dem Meer, bunte Häuser am steilen Berg, ein paar enge Gassen sind bald durchschritten, ein (Wander)Weg führt weiter an der Küste entlang, ein anderer hinab zu den Feldern auf schmalen Terrassen unterhalb, und zur kleinen verlockenden Strandbucht, – doch wir scheuen den Abstieg.

Wir wollen ein Bierchen, prompt winkt uns ein alter Mann in seinen kleinen Innenhof, bringt kühle Fläschchen aus dem Kabuff.

Wir necken uns mit Ohrwürmern: Atemlos… sieben Brücken…leise rieselt…

Der alte Mann mit sehr spitzdickem Bauch holt seine Gitarre, bietet sie uns an, spielt dann selbst.

… und er singt dazu, schlicht, mit gebrochener Stimme, der Blues der Kapverden: Saudade – wir sind augenblicklich berührt, kein Auge bleibt trocken, eine schöne große Traurigkeit umfasst uns, zauberhaft.

Die Stimme versagt, ihm fehlt die Luft, er spielt weiter, versinkt…

Wir tun uns schwer, wollen dann doch auch weiter, aber nicht unhöflich sein…

Er ist 93 Jahre alt, sagt er nicht ohne Stolz, als er uns verabschiedet, seine Frau kommt dazu.

Wir laufen zurück, freuen uns an der Begegnung – und den Ausblicken.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. hahoy

    ständig nur laufen laufen laufen. könnt ihr denn euern arsch nicht ruhen lassen, statt ihn nebenbei auch noch anzuzünden? päuschen päuschen pause ruhen hängen lassen…

    1. JoDaTours

      Schlafen kann ich, wenn ich tot bin.
      Sagte wer?

      1. hahoy

        Humbug. wer tot ist, der schläft nicht. wer schläft, der lebt.

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