Scanno und Pacentro

Von Opi geht’s bergauf, eine Passstraße, am Sonntag,  daher überholen uns viele Motorräder. Egal, es ist schön hier, wir halten auf der Passhöhe, trinken Kaffee della casa, im schönen Licht des Hochtales.

Weiter nach Scanno. Parken diesmal unter Walnussbäumen, der Lärm ist ähnlich, klack und boing.

Scanno gefällt uns sofort, und zwar sehr. Ein Städtchen so fotogen wie Venedig, zwar ohne Kanäle, aber dafür mit Treppen. Schon in anderen ähnlichen Orten dachten wir an den höchstgeschätzten M.C.Escher, hier aber war dieser 1923 tatsächlich gewesen.

Auch er war begeistert von den kleinen Städten in den Abruzzen, und sie inspirierten ihn zu seinen perspektivischen Meisterwerken.

So viele schöne Ecken und Winkel und Durchgänge und plötzliche Ausblicke, wunderbar. Auch H.Cartier-Bresson war da, der Magnum Meister.

Es sind ungewöhnliche bauliche Verknüpfungen, die den Zauber ausmachen, alles hängt mit allem zusammen, gewachsene Verbindungen, nicht geplant, sondern entstanden, ein Ensemble wie ein knorriger Baum, bei dem man jeden eigensinnigen Ast bestaunt.

Es gibt hier auch eine Via Mancini, weil die Eltern von Henry hier geboren wurden.

Und der Sohn schrieb feine Filmmusik: Moon River (Frühstück bei Tiffany) und Elefant Walk (Hatari)…

Wir cruisen mit Ohrwürmern durch den Ort, sitzen dann auf einer Bank am Hauptplatz im Sonnenlicht. Freude.

Zurück am Womo hat dieses nicht nur reichlich Walnüsse, sondern auch einen giftgrünen Strafzettel über 47 € abbekommen. Der tropft ab, wie die Nüsse.

Wir fahren nun durch eine lange besonders enge Schlucht, viele Kurven und kleine Tunnels, unten wird Wasser gestaut, ein Fluss macht Strom.

Das Tal öffnet sich, vor uns liegt Sulmona, das stolz mit „Citta del Arte“ wirbt. Trotzig lassen wir s links liegen, der hier geborene Ovid wird uns verzeihen, uns ist längst klar, daß wir wieder kommen, bald.

Unser Tagesziel heißt Pacentro – noch so ein kleines feines Städtchen.

Ein Parkplatz unterhalb nimmt uns auf, die Holländer im Womo nebenan amüsieren sich ob unserer Bemühungen um die Waagrechte auf schiefer Ebene, wir schaffens auch diesmal.

Oben im Ort kaufen wir Porcchetta, und es hat eine volle Bar mit Aussicht, es gibt Aperol und Schnittchen und Sunset überm Tal. Klasse.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. marlenedieberghutze

    Macht große Freude, euch zu folgen! Und Reiselust.

  2. charlottgreen

    Toll! Danke.

  3. ilweiss741d9d2c27

    hach. Einfach. Schön. Sehnsüchtig machend.

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