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Sigiriya

Ein freundlicher besonnener Fahrer bringt uns in seinem Van zur nächsten Station. Unterwegs beginnt es zu regnen, im Niesel kommen wir an.

Sigiriya ist ein sehr touristischer Ort, zum Glück wohnen wir etwas außerhalb. Die Berühmtheit hier heißt Löwenfelsen. Dieser steht beinahe singulär in der Ebene, obendrauf die Reste einer uralten Festung.

Am dem StufenWeg hoch gibt es Zeichnungen im Fels: junge feengleiche Frauen. Um diese Weltkulturerbinnen zu sehen, müsste man sehr viel Eintritt bezahlen und sich dann in eine endlose Besuchenden(!)schlange einreihen.

Wir sparen uns das, gegenüber  gibt es nämlich noch einen anderen Felsenberg, weniger berühmt, weniger hoch, weniger teuer, weniger bestiegen (dachten wir) , aber mit schönem Blick auf eben den Löwenfelsen.

Über viele Stufen geht es am nächsten Vormittag hinauf, durch ein Tempelgelände mit großem Buddha in stabiler Seitenlage, und schönen Fresken,

dann weiter hoch, der Weg wird enger, der Himmel grauer, leichte Kletterei, dann Stau. Hinter uns drängelt eine Klasse heimischer Halbwüchsiger, vorne geht nichts mehr, eine halbe Stunde oder länger, dafür beginnt es zu regnen. Wir üben uns in Geduld, was sonst.

Über uns turnen Affen durchs Gehölz, man kann ihr Unverständnis erahnen. Sind unsere Verwandten ironiefähig?

Irgendwann überwinden wir die Engstelle, durch die alle rauf und runter müssen, und stehen auf dem grauen glatten Felsrücken, haben feine Sicht rundum und vor allem auf den Kollegen gegenüber. Die Drohne besucht ihn dann drüben, dort wäre das Gedränge größer gewesen.

Der Abstieg geht flott, unten dann Einkehr in einem Cafe mit reichlich neurotischen Hunden, der Koch ist verpeilt und kämpft mit zeitweiligem Stromausfall, seine robuste Frau vertreibt die Tölen mit dem Besen.

Das ist nicht immer so einfach mit dem Tiere vertreiben: unser Gastgeber hatte uns sehr streng aufgetragen, um halb sechs daheim zu sein, also in der frühen Dämmerung. Den Grund hören wir beim Abendessen sehr laut, nahbei:

Ganz in der Nähe leben wilde Elefanten, durchaus gefährlich. Vor zwei Tagen wurde ein Tourist direkt nach dem Abstieg von „unserem“ Felsen angegriffen und tödlich verletzt. Die Einheimischen sind empört, daß zu wenig öffentlich gewarnt wird. Es scheint, als wären die uns so schützenswerten schönen Tiere hier eine Plage. Unser Zimmerwirt hat ein größeres Reisfeld hinterm Haus, sein Vater schläft/wacht nachts in einem Baumhaus mitten im Feld. Sollten Elefanten dieses abernten wollen, würde er kräftige Böller zünden, um sie zu vertreiben. Wir hören nachts solches Geknalle in der Ferne.

Die Blogger bloggen
Löwenfelsen
Unsere Pension von oben
… und von vorn. Das Essen war hier sehr sehr gut.
hinterm Haus

Um die Ecke gibt’s ein Cafe, wir genießen Western Style.

Affenscheuche?
Freundlich friedlicher Heiliger (vgl. Folteropfer in Kirchen)

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Eckhardo

    Beeindruckend der Löwenfelsen! Und die vll ironiefähigen Affen!! 🤣
    Toll auch die Drohnen- Videos!!
    Weiter so! Danke!

  2. Charlott

    Bitte mehr! Häufiger! So schön!

  3. Anonym

    Wunderbar. Ich erinnere mich an 1983, freu mich über deine Zeilen und die Bilder …

    1. admin

      Das ist schön.
      Aber wer freut sich da?
      Der Kommentar kommt anonym an.

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