Adeus Santo Antao, Olá Mindelo

Um sieben Uhr steigen wir in den von der Zimmerwirtin organisierten Minibus.

Letzte schöne Eindrücke vom Tal und von der Küste.


Im Fährhafen geht es sehr geschäftig zu. Alle Menschen der Insel scheinen sich versammelt zu haben, um sie verlassen zu wollen. Bei gutem Espresso beobachten wir das Treiben.


Die Überfahrt ist diesmal ruhig, kaum Seegang. Tilman und Jana sitzen sicherheitshalber im kühlen Untergeschoss des Schiffes, Jo hört Musik, Marlene beobachtet das Meer, ich plaudere mit einem Spanier über Reisen nach der Familienphase, Bücher und Meerwasserentsalzung.


In Mindelo angekommen stehen wir mit unserem Gepäckberg auf dem großen Parkplatz herum. Taxis werden sofort von Reisenden gekapert. Offenbar gibt es Regeln, wer das nächste bekommt. Wir kennen die nicht. Als wir uns einen Minibus schnappen, schimpft eine Gruppe von Einheimischen mit dem Fahrer. Er scheint ein bisschen hin-und hergerissen, entscheidet sich aber für uns. Nur wenige Minuten sind es zum Morabeza Deluxe, unserer nächsten Unterkunft. Ein schickes Appartement im fünften Stock eines gepflegten und bewachten Hauses. Im Erdgeschoss sind ein Imbisslokal und ein Supermarkt. Wir sind früh dran, Check-In ist erst um drei, vielleicht können wir etwas eher rein.


Das Appartement ist hell, modern und hat Fenster zu drei Seiten. Spül- und Waschmaschine, Kapselkaffee Maschine, Fernseher, Ledersofa, Vitra Stühle, man kann einen Pool nutzen. Ein krasser Gegensatz zur letzten Unterkunft.
Wir ruhen, genießen die Aussicht, die Klimaanlage, den guten Kaffee, das Eis mit Tiefkühl-Erdbeeren.

Gegen Abend erkunden wir den Ort. Die Vorbereitungen für die Silvesterparty laufen. Sound-Checks an jeder Ecke.


Die untergehende Sonne liefert ein Farbenfeuerwerk.

Unser Abendlokal ist heute das Restaurant von Tito Paris, La Morna, Jo hat dort reserviert in der Hoffnung, vielleicht nicht Tito zu hören, denn der lebt in Lissabon, aber andere Musiker. Es spielt tatsächlich ein Quartett auf, aber es klingt dumpf und fad. Zum Glück wird die Fussballübertragung gestoppt. Das Essen hingegen ist sehr fein.

Zurück laufen wir, entgegen der Empfehlung des Reiseführers, in der Nacht zur Sicherheit ein Taxi zu nehmen. Aber wann beginnt hier die Nacht? Es weht ein warmer Wind, alle lokale sind belebt, ganze Familien plaudern auf den Plätzen, Kinder spielen.


Als wir später, weit nach Mitternacht, schlafen gehen, erwacht die Stadt. In vielen Häusern blinkt es in den Fenstern, dringt Musik heraus. Keine klassische kapverdische, nein, Disco Beats. Bis zum Sonnenaufgang reißt das nicht ab. Wir sehr gespannt auf den Silvester Abend.

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