Ein grosser brauner Hund beschnüffelt uns freundlich beim Aussteigen. Aus einer Tür tritt ein ca fünfzig jähriger dicker Mann. „Kommt’s nur herein, da seids richtig.“ Drei kleine Räume, vollgestellt mit Regalen, in denen Waren aller Art lagern. Äpfel, Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln, Joghurt, Seife, Öl, Wein, Schnaps, Marmelade, Kerzen.
„Das bringen alles die Bauern aus der Umgebung, das kann einer alleine nicht produzieren,“ erklärt der Mann, Thomas heißt er. „Wo wollt ihr denn hin?“ fragt er, nachdem er ausgiebig unser Wohnmobil gelobt hat. „Mit so einem feinen Teil, da fährst wie mit dem Auto, nicht das Geschlingere wie bei einem Gespann. Ihr fahrt gemütlich vor euch hin und wo es euch gefällt, da bleibt ihr.“
„So wie hier,“ sagt Jo, „bei euch ist es schön. Da könnt man bleiben.“
„Ich hätte Platz für euch“, sagt Thomas, „wie lange habt ihr Zeit?“
„Sie fliegt in sechs Wochen wieder heim, und ich hab Zeit“, sagt Jo.
„Bist eh scho in Pension (zu Jo), und du musst in die Arbeit (zu mir)? Geh naaaa! Des machst net! Wann warst zuletzt im Krankenstand?“
„Keine Ahnung, ich bin selten krank.“
„Siehst! So isses. Als ich noch gearbeitet habe, da war ich sieben Jahre nicht krank. Sieben Jahre! Und dann war ich einmal eine Woche echt krank. Weißt was mein Chef gesagt hat? Was, schon wieder? Das hat er gesagt. Ich sag dir was: das zahlt sich nicht aus. Du fliegst net eher heim, damit du in die Arbeit kannst. Du hängst a Wochen dran. Oder gleich zwa Wochen. I mahn, ma muss sich ja eh dran gwöhnen an die viele Zeit, quasi üben für’n Ruhestand. Irgendwann ist eh soweit. Da rufst du den Chef an und sagst: Chef, ich kann nicht kommen. Ich bin nämlich krank. Des sagst ihm. Und dann fahrts gemütlich zusammen heim.“
„Meine Rede“, sagt Jo.
„Gibst du mir das schriftlich, so als Rezept?“ frage ich den Thomas.
„Aber sicher“, sagt der, „Dr. Thomas empfiehlt. Mit Unterschrift.“
Wir kaufen vier Flaschen Wein – einen ganz einen guten hast ausgesucht – Wienerle, die in Österreich Frankfurter heissen, dünne lange harte Mettwürste, Speck, Eierlikör und auch das, weswegen wir eigentlich den Hofladen aufgesucht haben: steirisches Kürbiskernöl.
Der gefällt mir. Macht Dr Thomas auch Ferndiagnose?