Die Frau fliegt nach

Irgendwo östlich von Athen am Meer. Ein griechischer Alltagsstrand: graubrauner Sand, darauf ein wenig Bauschutt, ein einsamer Plastikstuhl, im trockenen Gras hier und da Plastikflaschen. In den Salzwassertröpfchen der Tamariskenbäume funkelt das Morgenlicht, ein naher Pinienwald schüttet seinen süssen Duft in die milde Luft. Am Ufer gegenüber stehen Wohnhäuser. Wie es wohl ist, wenn das Meer zum Alltag gehört? Vor 24 Stunden bin ich zur Arbeit aufgebrochen, die letzten Tage waren sehr voll, und jetzt hier, ohne to do Liste, ohne Pläne, das schiere Da-Sein. Träume ich? Die Seele geht zu Fuß während der Körper mitgerissen wird. Zwei Stunden im angenehm komfortablen Flughafenbus, dann zwei Stunden warten aufs Abheben, dann zwei Stunden Flug, Catering in grosser Höhe. Ein Riesenvogel mit zweihundert Menschen im Bauch, tief unten funkeln Orte, oben Sterne. Vor dem Athener Flughafen Stau auf neun Fahrspuren, zuverlässig tauchte mein Jo-Taxi auf. Der Fahrer hatte die Lage voll im Griff und steuerte zielsicher diesen Strand an. Ein Bier auf dem Mäuerchen, zu unseren Füssen rollte sich schnurrend eine kleine Katze zusammen. Schwappende Wellen, duftende Luft, ein kompetenter Mann an der Seite, so ist Glück am ersten Urlaubsabend.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. hahoy

    Das Känguru macht nur eine not-to-do-Liste, was mir gut gefällt. Besonders beim Reisetrudeln.

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