Von der Fähre geht es über Serpentinen bergauf. Eine Tropfsteinhöhle ist das Ziel. Kastania Cave
Unterwegs Kaffeepause an einer Weide auf der Passhöhe, zu Fuß zu einem kleinen Kirchlein. schmale Straße ohne Verkehr, einsame Berggegend im südlichen Lakonien.





An der Höhle warten wir eine Stunde am Eingang, und trinken frappierend guten Frappe‘.
Dann bekommen wir, als die zwei letzten Besucher des Tages, eine quasi Privatführung.
Die Höhle wurde ca 1910 von einem Ziegenhirten entdeckt, als wahrnahm, dass da Bienen in einem Erdloch verschwanden. Er grub ein wenig, und kam so als erste Mensch in diese Höhle. Das wenige Wasser was sich innen sammelte, nützte er fortan für seine Ziegen und 40 Jahre lang erzählt er niemanden von seiner Entdeckung. – Ende der 50er Jahre verschickte jemand Weihnachtskarten mit dem Motiv einer anderen Höhle (auf der Mani). Das weckte die Konkurrenz des Ziegenhirten: „Meine ist schöner!“



So wurde seine Höhle bekannt und erforscht. Seit 2001 erst kann man sie besichtigen.
Die Höhle ist unglaublich: Der Himmel hängt voller feiner Stalaktiten, wunderschön, viele Formen und Farben auf engstem Raum, denn groß ist sie nicht die Höhle, der Rundgang hat 500m. Manche Steinsäule ist schneeweiss, durchscheinend, andere leicht rötlich von Eisen oder grün von Kupfer. Leider ist Fotografieren verboten. Die Decke ist teils nur 5 m dick, drüber wachsen Olivenbäume, deren Wurzeln von oben in die feuchte Luft des Höhlenraums ragen und sich so versorgen. Die Stalaktiten klingen, wenn man sie beklopft, in verschiedenen Tonhöhen, denn sie sind innen hohl. Es wurden keine menschlichen oder tierischen „Reste“ gefunden, die Höhle wurde bis zur Entdeckung nie betreten. Der Bewuchs oben drüber ist ungewöhnlich, keine Macchia, sondern kräftige Bäume, vielleicht könnte man so noch mehr Höhlen entdecken. Unser Führer, ein Mann von Mitte dreissig, spricht sehr gut englisch. Er heißt Panagiotis, früher hat er als Flugbegleiter gearbeitet, er hat die ganze Welt gesehen, war 98 mal in New York, hat die Gegensätze der Welt drastisch erlebt: Miami und Bangla Desh. – Ein freundlicher, sehr angenehmer Mensch, der sich auch an unserem Staunen, unserer Begeisterung freuen kann.