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Messieurs Dames

„Bonne Soiree, Messieurs, Dames,“ rufen uns grinsend junge Franzosen zu, die, der soeben ins Meer gefallenen Sonne den Rücken kehrend, heimwärts streben zu ihren Zelten, Bungalows, Schlafbussen auf dem Campingplatz hinter der Düne.


Wir scheinen ein erheiterndes Bild abzugeben, dick vermummt gegen den Wind, die bloßen Füße im weichen Sand und eine halbleere Flasche roten Weines zwischen uns. „Messjö Damme“ hören wir mehrfach. Wer das wohl ist oder war? Wir denken nach und es fällt uns wie Schuppen von den Augen. Aber ja! So muss es gewesen sein!
Mathias Van Damme wuchs im 14. Jahrhundert in einer Familie gebildeter Tuchhändler in Amsterdam auf. Als junger Mann ließ er sich in London nieder, anglisierte seinen Namen in Mathew Damme, und handelte mit feinem englischen Wolltuch, das er nach Holland verkaufte. Er lernte Kaufleute kennen, die mit dem sehr begehrten Wein aus Bordeaux handelten und stieg auch in das Geschäft mit dem Gold in Flaschen ein. Um den Zwischenhandel zu umgehen, zog er nach Bordeaux, das zu der Zeit zu Britannien gehörte. Abermals passte er seinen Namen der Landessprache an und nannte sich nun Messire d’Amme, was klang wie der höfliche Gruß „Messieurs, Dames.“ Das war sehr werbewirksam. Die Leute liebten es, und bald war der Wein „Messire d’Amme“ in ganz Frankreich so bekannt, dass „Messire d’Amme “ zum Synonym für „Santé“ wurde.
Jetzt wissen wir, was sie uns zugerufen haben, die jungen Franzosen : „PROST!“

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