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Bilbao

Aufbruch vom Campingplatz, man möchte wieder kommen. Am Kreisverkehr ein  Weinhändler, wir probieren uns durch, samt Armagnac, fahren gut gelaunt und gut versorgt weiter. Auf Spanien zu wird das Wetter immer schlechter, hier regnet es oft, wir erinnern uns. Zw der Grenze und Bilbao anstrengendes Fahren, enge Kurven, es gießt in Strömen.

Wir finden einen ruhigen Parkplatz zum Übernachten in einem Vorort von Bilbao. Morgens ist es trocken, die Sonne kommt raus.

Man kann hier mit der Rolltreppe im Freien zuerst den Berg hochfahren.

Und dann mit der Standseilbahn runter in die Stadt.

Mohammed und Faisal heißen zwei freundliche junge Männer, weil wir bei den Öffis etwas unbeholfen kucken, nehmen sie uns auf ihrer Monatskarte mit, erst die Seilbahn runter und dann die U-Bahn weiter ins Zentrum von Bilbao. Faisal war letztes Jahr in Nürnberg, zeigt uns Fotos von der Lorenzkirche. Wir freuen uns über ihre Freundlichkeit und Hilfe, sie auch.

Alter Bahnhof

Nun laufen wir durch breite elegante Straßen, werden plötzlich angehalten, müssen warten:

An einer Kreuzung wird ein Film gedreht, stattliche alte Häuser als Kulissen, dazu Oldtimer der Siebziger und Passanten/Statisten in entsprechender Kleidung – welch ein Aufwand.

Statisten

Dann das Guggenheim Museum, ein Ensemble mit Gebäuden, Plätzen, Promenade entlang und großer Brücke über den Fluss. Viel zu kucken und zu staunen schon draußen.

Jeff Koons: Puppy

Innen drin geht es so weiter, schon das Foyer ist grandios, wie in einer Kathedrale geht der Blick nach oben.

Und ein Chor begrüßt uns, so ist’s recht:

Federball, sehr groß

Es laufen vier befristete Ausstellungen, neben der hauseigenen Sammlung.

Wir sehen viel Schönes, Bilder, Skulpturen, Videos, Installationen, – manches ist auch befremdlich.

Eingangs Bilder einer Malerin aus New York, Helen Frankenthaler: „Bilder müssen schön ausssehen“ und „im Lauf der Zeit bewahren wir uns das Beste“

Santorini (1966)
Tutti Frutti (1967)
Mornings
Fantasy Garden

Besonders berührt uns ein riesiger Wandteppich eines afrikanischen Künstlers,

Rising Sea

hergestellt mit zigtausenden Flaschenverschlüssen aus Aluminium, mit Kupferdraht vernäht. Ein ganzes Dorf hat daran ein Jahr lang gearbeitet. „Rising Sea“ ist der apokalyptische Titel des Werks, das zugleich den Sklavenhandel, -Menschen wurden mit Alkohol in Flaschen bezahlt- thematisiert.

Und ein buntes SpiegelKabinett einer japanischen Künstlerin, die damit ihre teils psychotischen Zustände ausdrückt und bewältigt. Vllt. ist so ein LSD Trip?

Satt, ja überfüllt mit Eindrücken, – und hungrig. Wir nehmen einen Snack im Cafe gegenüber, stilvoll mit einer Jazzcombo.

Dann zurück zum Heim, Fahrt an die Küste, direkt nördlich. Parkplatz mit Aussicht auf die Biskaya, unterhalb eine ausgesetzte berühmte Kapelle, die wir morgen besuchen wollen, und ein Leuchtturm, Sunset, ganz nett,

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