Die Senioren machen einen Ausflug, ganz allein. Von der Jugend kritisch beäugt buchen sie selbstständig ein Auto, mit der hier üblichen App PickMe, ganz ohne das geforderte WhatsApp. Und das Taxi kommt tatsächlich. Es geht eine halbe Stunde über Land, Reisfelder, Wasserbüffel,

wenig Verkehr, sehr angenehm, weg vom Trubel. Am Ende steil den Berg hoch, dann stehen wir vor einem Felsklotz, Mulkirigala heißt er, 200 Meter hoch, ähnelt denen in Sigiriya vor drei Wochen.
Aber zunächst müssen wir unten am Parkplatz erstmals Menschen abwimmeln, die uns ihr Obst und ihre Dienste aufdrängen wollen („I’m your guide“).
An der Kasse sitzt ein freundlicher Mann, er schielt extrem, ist sehr hellhäutig, hat weiße Haare und trägt viele Kettchen am Arm. Er bedauert, daß wir so spät kommen, er werde aber oben Bescheid sagen, daß wir unterwegs sind, und bittet uns um Eile.

So geht’s also flott 500 ungenormte Stufen den Felsen hinauf.
Auch hier gibt es ein buddhistisches Heiligtum, eine Höhle mit dem Meister in stabiler Seitenlage. Der Liegende nach hat der Legende Buddha so den Standort gewechselt, ins Nirwana.
Und weil unser persönliches Nirvana noch warten kann, man sieht auch nirgends einen sterbenden Treppenbuddha, machen wir nach 50 Stufen erst mal Pause, als Andacht getarnt.

Tatsächlich gefällt es uns sehr gut hier, wir sind fast allein, und man kann wirklich einen Geist des Ortes spüren. Nichts aufgemotztes goldlackiertes Lautes hier oben, sondern schlichte praktizierte Frömmigkeit („When too perfect, Lieber Gott böse!“ Nam June Paik)
Ein betelkauender frommer Mann empfängt uns und führt zu besagter Höhle, vor 2000 Jahren! lebten hier Eremiten. Wir bekommen ein Armbändchen und einen eindringlichen Segen.


Weiter oben gibt es eine Stupa, Affen und schöne Aussichten.






Zurück geht’s dann in der Dämmerung. Schöne Stimmung, Abendlicht über den Feldern. Wir steigen direkt am nächsten Tempel aus, an der Hauptstraße nahe beim guten Fischlokal.
Diese Tempelanlage mit anschließendem Kloster ist nun das volle Gegenteil, schrill, bunt, laut. LED animierte Heiligenbilder, sie erinnern an Flipperautomaten.

Wir staunen, und bleiben spirituell unberührt.
Der Abend endet fein in besagtem Fischlokal.

Den letzten Tag in Tangalle verbringen wir dann faul, wehmütig, genießend.
Tilman lernt, Kokosnüsse zu ernten und dann zu öffnen.

Die Señora entdeckt nochmal Schildkrötenspuren eines Muttertiers.


Der Señor entdeckt einen Kugelfisch, sehr giftig und sehr tot.

Marlene lässt die Drohne fliegen,
und abends schleppt sie sich zum Strand, um zumindest die Füße nochmal zu baden.



… Und spät am Abend entdecken wir das Kreuz des Südens am Himmel…