Anreise – Teil 2

Wir fliegen. Wann und wohin, wissen wir nicht. Egal. Der Kaffee ist gut und es gibt einen Massagesessel im Transit. Die Menschen sind bunt und fröhlich. Im Elektronik Laden frage ich nach kleineren Silikon Aufsätzen für meine in-ear Kopfhörer, ich bekomme sie geschenkt.
Im Film „Transit“ lebt Tom Hanks im Flughafen, die Welt hat ihn vergessen. Vielleicht gar kein ganz schlechtes Los.
Vier Stunden später als geplant heben wir ab. Der Pilot erklärt uns den Grund: Saharasand. Die Sicht sei wegen des Sandes so schlecht gewesen, dass man nicht habe landen können. Jetzt aber sei sie etwas besser als minimal. Man müsse mit Turbulenzen rechnen und die Landung sei herausfordernd, er sei aber zuversichtlich. Die Wolkenschicht beim Anflug sah aus wie ein Sandkasten mit Eischnee oben drauf. Plötzlich tauchten die Berge San Antaos aus dem Wolkensand Gemisch auf, schwarze, kahle Felsen. Der weichen Landung folgte erleichterter, brandender Applaus. Ein Flughafengebäude von der Größe eines Kleinstadt Bahnhofs. Warmer feuchter Wind, zwei Taxis zur Unterkunft, die wir zum Glück gefunden haben, ein Raum mit fünf Betten für 117 Euro. Pierre begrüßt uns auf französisch und erklärt uns alles, wir stoßen mit Portwein an, den Jo im Flughafen gekauft hat, Tilman findet zielsicher das Filmdöschen mit Haschisch dann nimmt Pierre Jo und Marlene zum Einkaufen mit. Auf seine Empfehlung gehen wir Pizza und Nudeln essen, das sei besser für unsere Mägen, meinte er. Um 22 Uhr Ortszeit liegen wir in den Betten. Nur mit dünnen Tüchern bedeckt. Von draußen dringen Geräusche in unser stickiges Souterrain: Hunde bellen, Menschen plaudern, böiger Wind fegt durch die trockenen Gartenbüsche. Innen sind bald nur noch gleichmäßige Atemzüge zu hören.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. charlottgreen

    Jetzt, da ich die Musik gehört habe, seid ihr verdammt weit weg.

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