27.9.24 Gola dell’infernaccio

Einsame Wanderer laufen flussaufwärts
Schlängeln sich durch enge Felswände, glattgeschliffen vom Wasser der Jahrtausende
Vom Felsüberhang perlen Wasserschnüre herab, kleine Dusche am Wegrand
Sonnenfinger zeigen auf Bäume und Felsen
Veilchen ducken sich zwischen knorrige Baumwurzeln, malen lila Flecken ins braune Buchenlaub
Im dichten Kronengrün leuchtet golden der Herbst
Felsformationen stehen auf kahlen Kuppen wie Burgruinen
Darüber jagen Wolken vor Himmelsblau
Am Pass steht eine kleine Kapelle inmitten von Walnussbäumen
Vom Erdbeben zerstört, von geduldigen Menschen wieder aufgebaut, jetzt dauerhaft umarmt von einem Stahlkorsett
Die Wanderer rasten, trinken, schauen
Beim Abstieg rufen daheim gebliebene Vögel, rauscht Wind, plätschert Wasser zu stapfenden Schritten und dem spitzen tok-tok der Wanderstöcke
Unten brennen die Muskeln, knurren die Mägen, schweigen die Gedanken

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Edehigh
Edehigh
1 Jahr vor

Bei solchen Beschreibungrn und so außergewöhnlichen Fotos vermute ich, dass ihr „im Frieden“ seid ….. und ich kriege davon etwas ab! Danke!! 🙏🕊️

charlottgreen
charlottgreen
1 Jahr vor

So schön erzählt.