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Ans Meer

Mit vollem Kopf und leerem Magen laufen wir nach dem Weinmuseum durch den Dauerniesel zum Womo zurück.

Parken vor dem U-Boot Bunker

Jetzt müssen wir schnell losfahren. Das Bunkermuseum schließt gerade, der Parkplatz leert sich und bald wird da niemand mehr sein, der uns die Schranke öffnet.

Ich möchte zur Dune du Pilat. An dieser riesigen Wanderdüne haben wir vor vielen Jahren im dichten Pinienwald gecampt und nachts das Sternbild Skorpion gesehen.
Damals war der Sandberg bei der Anreise vom Wald verborgen.

Diesmal taucht die Düne wie eine Fata Morgana schon von Weitem im Nieselnebel auf. Der Wald ist weg. 2022 im Juli abgebrannt, weil ein Touristenauto wegen einer Panne angefangen hat zu brennen. Bei 38 Grad und nach wochenlanger Dürre war der Waldbrand erst Tage später gelöscht. Alle fünf Campingplätze an der Düne sind zerstört worden.

Man fährt kilometerlang zwischen verkohlten Baumresten hindurch.
Auf dem einen der beiden neu aufgebauten Campingplätze wollen wir übernachten. Er liegt direkt am Fuß der Düne. Die Rezeption ist nicht besetzt. Wir fahren rein, der Platz ist klein und voll und fast bleiben wir im Sand stecken. Da wollen wir doch lieber weiter fahren. Aber nun ist die Schranke zu und kein Mensch weit und breitzu sehen. Ich marschiere ins Restaurant, wo die dritte Person, der ich unsere Lage klar zu machen versuche, endlich kapiert, dass wir nicht die Zeche prellen, sondern einfach nur weiterfahren wollen.

Es dämmert schon und auf allen  Parkplätzen ist das Übernachten verboten.  In Biscarosse finden wir auf einem kleinen Parkplatz mitten im Ort eine Lücke zwischen zwei anderen Wohnmobilen.
Es regnet die ganze Nacht und auch den ganzen nächsten Vormittag.

Kurz vor dem Lagerkoller reißt der Himmel auf. Als wir weiter fahren, scheint schon die Sonne. Gleich ist die Stimmung besser. Am Bordstein eines Kreisverkehrs winkt uns ein Frosch zu.


Wir steuern einen Campingplatz am Atlantik bei Moliets-et-Maa an, der erst seit Ostern wieder geöffnet hat und noch recht leer ist. Erstmals holen wir die Stühle raus und sitzen in der Sonne.
Wir blicken direkt auf die Düne. In Reihe und Glied wachsen alte Maulbeerbäume, die aussehen, als hätte man Obstreiser auf Eichenstämme aufgepfropft. Es gibt ein Schwimmbad und sogar eine Sauna.


Hinter der Düne, die erheblich kleiner ist, als die von Pilat, aber auch ganz bezaubernd mit ihrem Strandhafer und ihrem weichen Sand, den man schön hinunter hüpfen kann, liegt ein breiter, endlos langer Strand, der von einem Füsschen durchschnitten wird.

Überraschend viele Menschen tummeln sich wimmelbildartig: da wird gesurft, gebuddelt, Ball gespielt, Drachen steigen gelassen, gejoggt und geschlendert. Keine Liegestühle, keine Discomusik, kein Plastikmüll. Nur feiner, weicher, weisser Sand und Muscheln und brausende Wellen. Lange laufen wir barfuß durch Sand und Wasser und atmen tief die pollenfreie Luft.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Marlies

    Ich wünsche euch viele schöne Strände und gute Luft

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