Orvieto
Eine Standseilbahn führt hinauf in die aus und auf Tuffstein gebaute Stadt.

Von der Festung oben schaut man weit in die Landschaft.


Unter dem Ort sind über 1200 Höhlen aus alter Zeit. Ein weit verzweigtes Kellersystem, das genutzt wurde zum Lagern von Lebensmitteln und Wein und zum Arbeiten, es gibt Ölmühlen und Taubenschläge darin. Die Tauben waren sehr wichtig für die Menschen. Versorgten sich selbst, vermehrten sich gut, lieferten Eier und Fleisch.

Eine junge Frau bietet eine englischsprachige Führung an. Die ist zu Ende bevor ich mich in ihren Akzent einhören kann. Einen langen Schacht zeigt sie der Gruppe. Das war kein Brunnen, sondern ein Ein- und Ausgang. In den Wänden sieht man Vertiefungen. Frühzeitliche Boulderer klemmten sich in den Schacht und drückten und schoben sich rauf und runter.
Schade dass die Führung so kurz war.

Der gestreifte Dom, in dem wir damals ein Konzert besucht haben, ist immer noch wunderschön. Perplexity weiss alles über seine Geschichte und spricht deutsch.

Lange sitzen wir auf einer Steinbank davor und beobachten das internationale Treiben auf dem Domplatz. Japanerinnen mit Maske, Sonnenschirm und selfistick, britische Pilger mit verpflasterten Zehen „I punished my feet“, eine grosse laute Männergruppe mit den gleichen T-Shirts – ein Fußballverein. Alle ruhen im Palazzo Schatten von den Strapazen der Stadtbesichtigung und warten auf den Bus, der die Massen alle paar Minuten abtransportiert. Ein dicker alter Japaner rutscht auf den blank polierten Pflastersteinen aus und stürzt hin. Sofort eilen von allen Seiten Leute herbei, strecken ihm hilfreiche Hände entgegen. Zu dritt ziehen sie ihn hoch. Er hat Glück gehabt, die Hüfte ist heil geblieben.
Der Dom kostet ordentlich Eintritt.


Interessant fanden wir die Fresken aus dem 16. Jahrhundert in der Seitenkapelle: „Jüngstes Gericht“ von Luca Signorelli. Ziemlich poppige Darstellungen.


In den engen Gassen der Altstadt gibt’s viel zu entdecken.



So viele Läden mit Schmuck, Kleidung, Wein, Keramik. Aus Restaurants duftet es verführerisch.


Wir finden das hölzerne Pferd, auf dem unsere Kinder vor zwanzig Jahren saßen.

Wir bummeln, essen Eis, trinken Kaffee. Dann lassen wir uns von der Standseilbahn wieder hinunter bringen.
Als wir Richtung Montepulciano weiterfahren, dämmert es schon.
Orvieto thront auf dem Berg. Die Silhouette ein Scherenschnitt vor rotem Himmel.

Cetona
Um acht ist es stockfinster. Scheinwerfer blenden. Die Straße ist bodenwellig, eng, kurvig. Die Scheibe müsste mal wieder geputzt werden. Kein Spaß, das Fahren. Deshalb suchen wir uns einen Stellplatz anstatt bis zum nächsten Ziel durchzuhalten.
Der grosse Schotterplatz zu Cetonas Füßen schenkt uns eine ruhige Nacht und einen schattigen Vormittag auf einer Picknickbank. Einen Bäcker gibt’s auch Was will man mehr bei dreißig Grad? Jedenfalls nicht Rad fahren, was eigentlich der Plan war.
Der Ort ist nett und völlig unspektakulär. Deshalb gibt’s kein Foto.
Monasterio die Cappuccino
Ein rumpeliger Schotterweg. Ein Trinkbrunnen mit geprüftem Wasser, an dem wir dankbar unsere Flaschen füllen.

Ein kleines Kloster im Wald, davor ein Picknickplatz.

Hinter hohen Mauern hören wir Nonnen plaudern, bekommen sie aber nicht zu Gesicht. Der Klostername hatte Erwartungen geweckt, aber es gibt keinen Cappuccino.
Die Kapelle ist ein schlichter Raum. Still und kühl und winzig.

Der Parkplatz ist schön schattig. Viele fein gekleidete Leute laufen zur Kapelle. Da wird wohl geheiratet.
Wir verdösen den heißen Nachmittag und steuern unser nächstes Ziel an.
Montepulciano
Ein häusergekrönter Berg, von weitem sichtbar wie viele Orte der Gegend. Nicht groß aber mit großstädtischer Ausstrahlung. Wir parken zu Füßen der Stadt und steigen in der Abenddämmerung empor.




Renaissance Paläste säumen steile Straßen, in jedem ein Weinladen, ein Restaurant, ein Kleider, Leder, Schmuckgeschäft.
Warmer Wind weht eine Duftkomposition durch die Gassen: Essen, Parfüm, Pinien.
Menschen in leichtem Leinen posieren vor dem schlichten, nie fertig geworden Dom. den Kardinälen und Adligen war nach dem Rohbau das Geld ausgegangen.



Aus dem Palazzo Ricci dringt Jazzmusik. Vom Innenhof aus sieht man durch eine offen stehende Tür drei Musizierende. Saxophon, Klavier, Gitarre. Sie sind konzentriert, aufeinander bezogen und haben Spaß.
Man lauscht freudig berührt, beginnt zu wippen. Die Sonne sinkt in die toskanischen Hügel. Weingläser funkeln. Jede Zypresse ein Taktstrich.

Wir speisen im Rolling Home: Pici – handgerollte Pasta al Arabiata

Die Dali Ausstellung ist im Palazzo Bracci. Wir mögen die Exponate, die in diesem schönen Gebäude gut untergebracht sind.







