
Wir werden freundlich empfangen. Unser Haus, wir haben drei Zimmer übereinander, steht zweihundert Meter entfernt von der rauschenden Brandung.

Einige hohe Palmen warten schon auf unsere Hängematten.



Eine schilfgedeckte schattige Veranda mit Küchenhütte lädt bald zum Abendessen. Nebenan mündet ein Flüsschen ins Meer.
Wir haben hier sechs Übernachtungen gebucht. (Es werden dann mehr…)
Schildkröten
Am späten Abend laufen wir unterm Vollmond am Strand entlang nach Osten. Hier ist Schildkrötenland. Ein eingezäuntes Karree, darin viele Sandhäufchen in Reih und Glied, jedes mit einem Stöckchen markiert. Hier wurden Eier abgelegt, zuvor von Tierschützern eingesammelt, jeweils ein „Wurf“.
Und wir haben tatsächlich das Glück, mehrere frisch geschlüpfte Schildkrötlein auf ihrem Weg zum Meer begleiten zu dürfen. Der Mond leuchtet hell genug, wir können die Kleinen gut sehen, ca 6 cm groß sind sie, und behände durch den Sand unterwegs. Um sie nicht zu verwirren, lassen wir die Lampen aus. Und wir vertreiben die Strandhunde, die sich einen frischen Happen erhofften. Kurz vor der Brandung filmen wir dann doch den wundersamen Augenblick, als die Schildkröten das Meer erreicht, ihre künftige Heimat.
Eines Tages werden sie hier wieder an Land gehen und ihre Eier vergraben….
Anderntags sehen wir bei einem Strandspaziergang frische Spuren einer großen Tortuga, vom Meer in die Dünen und zurück.










Der Strand ist fein und sauber. Die Brandung rauh, es geht steil und schnell hinein ins Wasser – zurück ist’s schwieriger.
Ich werde zweimal heftig an Land geschleudert (gefühlt eher: gespuckt), verliere dabei meine alte Schwimmbrille und mein schönes Buff. Nicht halb so schlimm und teuer wie vor ein paar Jahren in Albanien… Aber ich hab danach erstmal genug wild gebadet.
In der Nähe liegen flache riffartige Felsen, dahinter kann man plantschen, dazwischen ein Auslass ins offene Meer. Als ich mich diesem nähere, werde ich von der nahen StrandKneipe aus laut und sehr energisch von Einheimischen zurückgepfiffen, obwohl ich nur knietief im Wasser stehe. Später sehe ich am Strand eine Art warnenden Gedenkstein, hier sind wohl schon einige Menschen in einem saugenden Rockhole ertrunken.

Abends ziehen ein paar dunstige Wolken auf, der Sonnenschutz ist willkommen, wir spielen Frisbee am Strand, mit zwei Scheiben, laut und ausgelassen, großer Spaß, pures einfaches Glück.

Danach baden wir im natürlichen Pool ruhig und sicher zwischen Strand und Riff.

Ein frühmorgendlicher Ausflug mit den hauseigenen Kajaks flussaufwärts,


am Ufer wachsen Mangroven, streben empor wie die Säulen gotischer Kirchen. (Der Vergleich steht unter Heimwehverdacht).
Im Geäst beäugen uns die Affen.


Ein Waran verkriecht sich im Schlamm. Große Vögel kreisen. Unser Wirt hat uns garantiert, daß es hier keine Krokodile gibt, dabei würden die so gut hierher passen, besser als wir jedenfalls.
Und überhaupt sind wir hier eigentlich deplatziert. Zu groß, zu dick, zu hellhäutig, zu mürrisch, zu reich, zu schamlos nackt, zu herrisch…
Die erlebte Freundlichkeit beschämt mich immer wieder, dann fällt das Annehmen schwer. Die Servicebereitschaft geht manchmal bis zur Unterwürfigkeit, ist dann kaum auszuhalten. Ein Relikt des Kolonialismus? Oder sind die Menschen hier einfach nur nett, und mein Dienstleistungsburnout meldet sich?
Ich erlebe keine Feindseligkeiten (was für ein Wort), aber vor wenigen Jahren haben die Menschen sich hier gegenseitig im Bürgerkrieg brutal bekämpft. Ich bleibe skeptisch, was lebt da sonst noch im Dschungel?
Ein „Hipster Cafe“ besuchen wir oft, und es gibt ein feines Fischlokal, das wir schon genießen, keine Sorge.


Like. Very much sogar.
Thank you