Wat mut dat mut.
Wir sind bereit für Abschied und Neubeginn.
Denn
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Wohlan. Immerhin ist eine Weltkulturerbestadt nur zwei Fahrstunden entfernt.
Wehmütig verabschieden wir uns vom liebgewonnen Lonely Beach.

Galle ist das Ziel. Laut Reiseführer gibt es eine europäisch anmutende Altstadt mit kleinen Gassen und schönen Läden. Nach den vielen lauten, chaotischen, rumpeligen Orten, die sich alle sehr ähnelten, sehnen sich zumindest die Augen der Senioren nach europäisch anmutender Schönheit.
Wir checken in eine fußläufig zur Altstadt gelegene Villa ein. Drei klimatisierte Zimmer nur für uns. Und vier Menschen, die uns umsorgen. Man reicht uns kühles Kokoswasser und duftende eisgekühlte feuchte Handtücher für Stirn und Nacken,

man fragt nach Frühstücksvorlieben, beschafft einen Rollstuhl und baut eine Rampe.
Der Stuhl soll rollen. Es ist nicht weit, das kriegen wir hin. Jo schiebt die Tochter in dem klapprigen Modell durch die Gassen.






Danach ist das Hemd nass und der Mann erledigt. Für die folgenden Transporte falten wir den Rollstuhl in ein Tuktuk.
Am Abend tun wir, was alle in Galle abends tun: auf der Mauer des historischen Forts die Sonne untergehen lassen.


Seidenmanufaktur
Ein kleiner Laden, schön kühl. Der Produktionsprozess wird erklärt:








Sie schaut und lacht, wenn sie das Schiffchen für die Touristen schießt. Ansonsten döst sie.

Nach der kurzen Führung werden wir in den Shop geleitet. Dort kann man für schöne Stoffe sehr viel Geld ausgeben.


Wir bescheiden uns
und ziehen weiter an den nächsten Strand.



Im windigen Schatten der Kneipe ist die Hitze erträglich.
Am nächsten Tag ziehen die Alten zu zweit los, das Alleinsein üben. Die Jungen suchen ein Tattoo Studio auf.


















Am Abend speisen wir in einem feinen Fischlokal und feiern uns für die gelungene gemeinsame Zeit.

Galle feiert mit Musik und Feuerwerk. Wir fahren zur Unterkunft. Morgen früh um fünf kommt das Flughafenshuttle.
Nach jedem Lesen eures Blogs lebe ich bewußter. Dankbar beschreite ich jede genormte Treppenstufe. Die Kältewelle der letzten Tage darf sein und hat ihr Gutes. Tief drin spüre ich, dass mir in meinem Leben keine tödlichen Kugelfische und kein Neonblinken an der hiesigen Barockkirche fehlen. Was mir aber mir sehr sehr fehlt ist es, jeden Tag in einem anderen, nahegelegenen Fischrestaurant zu beenden. Und ich möchte als Muttertier so bewundernswerte Spuren hinterlassen wie diese Schildkröte.
😂😂😂